Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der NORMA Group sind darauf ausgerichtet, technologische Trends frühzeitig zu identifizieren und gezielt umzusetzen. Damit soll die Erreichung der strategischen Unternehmensziele optimal unterstützt werden. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung innovativer Produkte und Systemlösungen, um neue Märkte zu erschließen, Kundengruppen zu gewinnen und die technologische Marktführerschaft zu sichern. Bei der Bewertung neuer Technologien verfolgt die NORMA Group den Ansatz, ihr Potenzial zur Optimierung bestehender Prozesse, zur Reduzierung des Materialeinsatzes, zur Verbesserung von Funktionalitäten und der Nachhaltigkeit der Endprodukte zu prüfen. Ziel ist es, einen Mehrwert für die Kunden zu schaffen. Der Fokus liegt dabei auf hochwertigen, innovativen Lösungen für die globalen Herausforderungen der jeweiligen Endmärkte. Ergänzend zu den spezifischen Markt- und Kundenanforderungen nehmen die effiziente Ressourcennutzung und der Schutz der
Umwelt eine wichtige Rolle ein. Die F&E-Abteilungen der NORMA Group agieren als zentrale Gruppenfunktion und unterstützen gleichermaßen die strategischen Geschäftseinheiten Industry Applications und Mobility & New Energy. Dies ermöglicht eine effiziente, überregionale Zusammenarbeit der Teams. Zudem werden die Entwicklungstätigkeiten eng mit den Business Development Teams, bestehend aus Vertrieb und Application Engineering, verzahnt. Der ausgeprägte globale Fokus der Geschäftseinheiten trägt dazu bei, Aufgaben zielgerichtet und effizient zu bearbeiten. Gleichzeitig erfolgt die Priorisierung von Themen und Projekten weiterhin nach den strategischen Vorgaben, beispielsweise durch das Innovation Council und das Global Product Management.
Fokus auf Innovationen
Den Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der NORMA Group bilden die Sicherung und Stärkung ihrer Innovationskraft durch die Schaffung innovativer Technologien, Lösungen und Produkte. Daher stehen die systematische Planung und Umsetzung von Neu- und Weiterentwicklungsprojekten im Fokus. Die Beobachtung strategisch wichtiger Endmärkte und die Einbindung des erlangten Wissens in den internen Innovationsprozess sind gemeinsame Aufgaben des sogenannten Foresight Managers und des Global Product Managements.
Im Geschäftsjahr 2025 hat die NORMA Group ihre Innovations- und Entwicklungsprozesse weiter umgesetzt. Der im Vorjahr neu strukturierte Entwicklungsprozess mit neu definierten Schnittstellen zum Manufacturing Engineering und zur Industrialisierung wird konsequent genutzt. Dadurch wird die Effizienz in der Produktentwicklung, beginnend mit der Produktidee über das identifizierte Konzept bis hin zum ausgearbeiteten und angebotsreifen Design, gesteigert. Der verstärkte Einsatz von Technologien, darunter beispielsweise numerische Simulationen, und der enge Austausch innerhalb der globalen F&E-Organisation tragen dazu bei, eine höhere Durchgängigkeit bei gleichzeitig reduzierter Anzahl an Schnittstellen zu erzielen und Entwicklungszeiten („Time to Market“) zu verkürzen. Damit schafft die NORMA Group zusätzlichen Mehrwert für ihre Kunden.
Numerische Simulation und Validierung neuer Technologien
Die NORMA Group verfolgt den Anspruch, zukunftsweisende Technologien, die angelehnt an weltweite Megatrends identifiziert werden, in die Produktentwicklung und das -design einfließen zu lassen. Für die effiziente Entwicklung und Optimierung neuer Produktkonzepte spielen mathematische Modelle und numerische Simulationen insbesondere in den frühen Entwicklungsphasen eine wesentliche Rolle. Die durch Simulation gewonnene neue Perspektive auf die physikalischen Mechanismen verbessert das Verständnis von Produkten und Prozessen und ermöglicht eine gezieltere sowie effizientere Produktentwicklung und -optimierung. Dadurch lassen sich insbesondere die Anzahl experimenteller Optimierungsschleifen und die Entwicklungszeit deutlich reduzieren. Zusätzlich trägt dies zur Verringerung des Ressourcenverbrauchs und der CO₂-Emissionen bei. Die abschließende experimentelle Validierung neuer Produkte bestätigt im Idealfall die zuvor über die Simulation ermittelten Produkteigenschaften. Simulationen stellen damit sicher, dass Produkte, Technologien, Materialien und Fertigungsprozesse Marktanforderungen entsprechen, und sind damit ein essenzieller Baustein im Rahmen der Produktentwicklung.
Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen
Innerhalb der strategischen Geschäftseinheit Industry Applications konzentrieren sich die Anforderungen der Kunden der NORMA Group auf eine hohe Qualität, ein starkes Markenimage und die Verfügbarkeit der Produkte in einem weitestgehend kompletten Sortiment. Ein neuer Ansatz für die NORMA Group ist hierbei auch die vermehrte Einbeziehung des individualisierten Produktansatzes. Die spezifischen Kundenanforderungen rücken dabei stärker in den Fokus. Durch das Erkennen und Verstehen der jeweiligen Kundenanwendungen ergibt sich Optimierungspotenzial für das bestehende Produktportfolio und darüber hinaus entstehen potenzielle Neuimpulse. Die NORMA Group zielt
darauf ab, auch neue Produktlinien angepasst an den individuellen Kundenbedarf und neue Marktanforderungen zu entwickeln.
Die strategische Geschäftseinheit Mobility & New Energy ist dadurch gekennzeichnet, dass die NORMA Group in engen Kooperationen mit ihren Endkunden, führenden Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, Lieferanten und anderen externen Partnern arbeitet. Auf diese Weise können die Anforderungen der Kunden direkt in die Entwicklung neuer Produkte und Technologien einfließen. Im Geschäftsjahr 2025 haben sich die Aktivitäten vor allem auf kundenspezifische Lösungen im Fluid-Handling und in der Verbindungs- und Befestigungstechnik konzentriert.
Entwicklungsschwerpunkte 2025
Die Schwerpunkte im Bereich Produktentwicklung und Produktweiterentwicklung wurden im Geschäftsjahr 2025 von den Themen Digitalisierung, Heizungs- und Installationstechnik sowie stationäre Energiespeichersysteme neben dem Bereich Elektromobilität gebildet.
In der strategischen Geschäftseinheit Industry Applications ist der Bereich der alternativen Energiegewinnung und -speicherung ein wesentlicher Trend. Dazu gehört zum Beispiel die Ausstattung von Kühlsystemen in Energiespeichern. Dabei unterstützen die Produkte der NORMA Group die Temperierung von stationären Batterien. Weitere Anwendungsfelder in der Industrie und adaptierte Produktanwendungsgebiete repräsentiert auch das Gebiet „Weiße Ware“. Der neue Ansatz der NORMA Group im Bereich Industry Applications besteht darin, zusätzlich zu dem traditionellen Vertriebsweg über Distributoren neues Geschäft direkt mit Herstellern (Erstausrüstern) von Maschinen und Geräten aus verschiedenen Industrien aufzubauen. Der Konzern legt den Fokus darauf, mit der Entwicklungsexpertise innerhalb der Gruppe kontinuierlich neue Kunden in relevanten Märkten zu gewinnen und die Marktposition im Bereich Industry Applications mittelfristig auszubauen.
Im Bereich der Elektromobilität innerhalb der strategischen Geschäftseinheit Mobility & New Energy bleibt das Thermomanagement von Batterien und Systemen unverändert ein Schlüsselthema. Dafür entwickelt die NORMA Group beispielsweise spezielle Leitungssysteme, die in Thermomanagementsystemen von Hybrid- und Elektrofahrzeugen Anwendung finden und dort für eine gleichmäßige Temperaturverteilung in der Batterie und die Einhaltung des optimalen Betriebszustands der Zellen sorgen. Das konsequente Einsetzen der numerischen Simulation hat hier zur Entwicklung von Fluidkomponenten und -systemen mit niedrigsten Durchflusswiderständen und damit zu Effizienz und Ressourcenschonung geführt. 2025 wurde in der Entwicklung nicht nur an neuen Produktlösungen, sondern auch am Transfer bestehender Produktkonzepte zwischen den strategischen Geschäftseinheiten der NORMA Group gearbeitet. Die kontinuierliche Verbesserung von Produkten unter den Gesichtspunkten Standardisierung, Robustheit und Gewichtsersparnis wird dabei mitberücksichtigt.
Know-how durch Patente geschützt
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der NORMA Group ist das spezifische Know-how im Bereich Verbindungstechnologie. Aus diesem Grund schützt der Konzern seine Innovationen durch entsprechende Patente. Zum 31. Dezember 2025 wurden insgesamt 642 Patente und Gebrauchsmuster (2024: 7192) gehalten; Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete die NORMA Group 23 (2024: 251) Erfindungsmeldungen sowie 40 (2024: 411) Neuanmeldungen. Ursächlich für die Abnahmen gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen der Verkauf des Water-Management-Geschäfts,
2 Vorjahreswert nicht angepasst, sondern Kennzahlen inkl. fortzuführender Geschäftsbereiche und des aufgegebenen Geschäftsbereichs. Vorjahresvergleich daher nur bedingt gegeben.
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F&E-Kennzahlen |
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Beschäftigte im F&E-Bereich | Anzahl | 242 | 287 |
Anteil der F&E-Mitarbeiter | % der Stammbelegschaft | 5,1 | 5,7 |
F&E-Ausgaben | EUR Mio. | 30,1 | 46,0 |
F&E-Quote | % vom Umsatz | 3,7 | 5,2 |
Erfindungsmeldungen | Anzahl | 23 | 251 |
Legende
Diese Inhalte sind Teil des nichtfinanziellen Konzernberichts und unterlagen einer gesonderten Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“).