Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell (SBM-3)
               

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

           

 

 

Einordnung

Zeithorizont

Wertschöpfungskette

Auswirkung, Chance, Risiko

kurzfristig

mittelfristig

langfristig

vorgelagert

eigene Aktivitäten

nachgelagert

Positive Auswirkung

Negative Auswirkung

Negative Auswirkung

Negative Auswirkung

Risiko

Risiko

Risiko

Klimawandel und seine Auswirkungen auf die NORMA Group

Der Klimawandel betrifft sowohl die eigenen Geschäftstätigkeiten als auch die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufe der NORMA Group. Die identifizierten Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit klimabezogenen Themen beeinflussen das Geschäftsmodell sowie die Unternehmensstrategie. Besonders die neuen gesetzlichen Vorgaben, wie zum Beispiel die strengeren Emissionsvorschriften sowie der technologische Wandel hin zu alternativen Antriebstechniken wie Hybrid-, Elektro- und Wasserstoffantrieben stellen wesentliche Rahmenbedingungen dar, die die Produktentwicklung der NORMA Group beeinflussen.

Besonders neue gesetzliche Vorgaben, wie steigende CO2-Preise, die Einführung des Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) sowie der technologische Wandel hin zu alternativen Antriebstechniken (z. B. Hybrid-, Elektro- und Wasserstoffantrieben) stellen wesentliche Rahmenbedingungen dar, die die Produktentwicklung der NORMA Group beeinflussen.

Die NORMA Group hat durch ihre Produktionsprozesse, Lieferketten und die geografische Lage ihrer Produktionsstandorte negative Auswirkungen auf den Klimawandel und die Energieversorgung, da hierbei Emissionen entstehen und einige Standorte in Klimarisikogebieten liegen. Die NORMA Group reagiert auf diese Herausforderungen mit verschiedenen Maßnahmen, darunter die Nutzung erneuerbarer Energien, der Ausbau von Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge sowie ein verbessertes Energie- und Wassermanagement. Diese Initiativen tragen zur Abmilderung der negativen Auswirkungen bei. Gleichzeitig haben die Produkte und Lösungen positive Auswirkungen, indem die Produkte der NORMA Group zur Reduktion von CO₂eq- und Schadstoffemissionen beitragen, indem sie in Fahrzeugen, weiteren Technologien sowie Anwendungsbereichen eingesetzt werden, die eine zukunftsfähige Mobilität und Energieversorgung ermöglichen.

Zu den negativen Auswirkungen auf den Klimawandel zählen insbesondere Treibhausgasemissionen in Scope 1 und 2 sowie in der gesamten vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3). Diese Emissionen sind langfristig und unumkehrbar und haben globale Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft.

Angesichts der Auswirkungen des Klimawandels setzt die NORMA Group auf innovative Technologien, effizientere Produktionsverfahren und umweltschonendere Produkte, um neue Marktpotenziale zu erschließen und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Diese Ambitionen werden beispielsweise in den Nachhaltigkeitszielen festgehalten. Die NORMA Group trägt mit den eigenen Tätigkeiten und Geschäftsbeziehungen (z. B. durch Lieferanten) im Bereich Klimawandel einen Anteil an den Auswirkungen.

Bei den wesentlichen klimabezogenen Risiken handelt es sich um physische Risiken (z. B. Extremwetterereignisse) und Übergangsrisiken (z. B. regulatorische Anforderungen, CO₂-Bepreisung, PCF-Anforderungen). Beide Risikotypen können die Finanz-, Ertrags- und Liquiditätslage der NORMA Group erheblich beeinflussen. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2024 eine Klimarisiken- und Vulnerabilitätsanalyse durchgeführt. Weitere Informationen sind im Abschnitt DURCHFÜHRUNG DER KLIMARISIKEN- UND VULNERABILITÄTSANALYSE zu finden.

Für die als wesentlich identifizierten Risiken ergeben sich im Geschäftsjahr keine wesentlichen, tatsächlichen finanziellen Effekte auf die Finanzlage, Ertragslage und die Zahlungsströme der NORMA Group.

Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel (E1-2)

Die NORMA Group ist sich der positiven und negativen Auswirkungen ihres Handelns auf den Klimawandel sowie der damit verbundenen Risiken bewusst. Einerseits ergeben sich negative Auswirkungen auf den Klimawandel unter anderem durch Produktionsprozesse oder den Transport der Produkte der NORMA Group durch den Ausstoß von THG-Emissionen. Ausgewählte Produktionsstandorte der NORMA Group befinden sich zudem in Klimarisikogebieten. Durch die Bereitstellung von innovativen Lösungen und Produkten trägt die NORMA Group zu der direkten Einsparung von Emissionen beim Kunden bei und hat damit eine positive Auswirkung auf den Klimawandel. Mögliche Risiken des Klimawandels in Bezug auf die NORMA Group umfassen potenzielle Umweltkatastrophen, die die Lieferkette oder Produktionsprozesse gefährden, mögliche Strafzahlungen, Reputationsverluste oder durch die Folgen des Klimawandels bedingte Nachrüstungen.

Zum Ausbau und zur Stärkung der Umweltmanagement-Aktivitäten sowie zum Management der wesentlichen Auswirkungen und Risiken hat die NORMA Group im Jahr 2018 ein Umweltkonzept entwickelt, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Das Konzept bezieht sich auf die eigene Geschäftstätigkeit der NORMA Group sowie die vorgelagerte Wertschöpfungsstufe, nicht jedoch auf die identifizierten Auswirkungen und Risiken entlang der nachgelagerten Wertschöpfungsstufe. Im Fokus stehen die Themen Klima, Wasser und Abfallaufkommen. Dabei stehen die Steuerung der eigenen Prozesse im Mittelpunkt, die zweite Ebene umfasst die Wirkungsmessung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, während die dritte Ebene Pilotprojekte adressiert. Dieser dreistufige Ansatz erlaubt es der NORMA Group, sich auf direkt beeinflussbare Prozesse zu konzentrieren und gleichzeitig die Auswirkungen entlang der Lieferkette sowie in der Nutzungsphase der Produkte zu adressieren.

Die NORMA Group hat Prinzipien für ihr Umweltmanagementsystem definiert und implementiert. Zudem finden regelmäßige Austausche innerhalb des Geschäftsjahres mit relevanten Stakeholdergruppen statt, um deren Anliegen in Umweltfragen zu berücksichtigen.

Darüber hinaus setzt die NORMA Group sich Ambitionsniveaus, überwacht deren Erreichung und berichtet darüber an das lokale, regionale und globale Management. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die kontinuierliche Verbesserung der Umweltmanagementsysteme mit der Ambition, den Wasser- und Energieverbrauch zu reduzieren, den CO2-Fußabdruck zu verringern, Ressourcen effizienter zu nutzen, Abfall zu minimieren und Umweltverschmutzung zu vermeiden. Auch die Förderung des Umweltbewusstseins unter den Mitarbeitenden ist ein zentrales Anliegen, das durch kooperative Führung und effektive Kommunikation umgesetzt wird. Die NORMA Group legt großen Wert darauf, ihre Umweltziele und -maßnahmen klar und transparent an ihre Stakeholder zu kommunizieren, etwa durch den Supplier Code of Conduct. Im Rahmen des Supplier Code of Conducts verlangt die NORMA Group von ihren Lieferanten unter anderem die Einhaltung einer wirksamen Umweltpolitik, die Einhaltung der erforderlichen Umweltgenehmigungen, die ordnungsgemäße Behandlung von Abwasser und Feststoffabfällen, die Überwachung und Kontrolle von Luftemissionen, die Minimierung von Abfällen und Förderung des Recyclings sowie die umweltverantwortliche Produktion, um schädliche Umweltauswirkungen zu vermeiden. Die Verantwortung für die Umweltmanagementsysteme sowie die damit verbundenen Themen in Bezug auf Klima-, Wasser- und Abfallmanagement an den einzelnen Produktionsstandorten liegt bei der Abteilung für Umwelt, Arbeitssicherheit und Gesundheit, die an die Produktionsstandorte repräsentiert ist. Auf globaler Ebene berichtet diese Abteilung an den Chief Operating Officer. Die NORMA Group hat an jedem Produktionsstandort ein Umweltmanagementsystem eingerichtet, um zu gewährleisten, dass Umweltvorfälle verhindert oder im Falle eines Vorfalls effektiv gehandhabt und deren Auswirkungen ausreichend adressiert werden. Die Prinzipien für ihr Umweltmanagementsystem hat die NORMA Group in einer globalen Umweltrichtlinie festgehalten. Die Richtlinie aus dem Geschäftsjahr 2020 wurde im Geschäftsjahr 2025 von einer neuen Richtlinie abgelöst und vom Chief Operating Officer sowie den Vice President für Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit und Gesundheit verabschiedet. Die Richtlinie ist auf der Website öffentlich abrufbar für potenziell betroffene Stakeholder.

Die neuen Verpflichtungen fokussieren sich auf die Reduzierung negativer Auswirkungen und Risiken im Umweltbereich. Als Teil davon verpflichtet sich die NORMA Group zur Erhöhung der Ressourceneffizienz. Die Anpassung an den Klimawandel sowie das Management physischer Klimarisiken und der Einsatz erneuerbarer Energien sind zurzeit noch nicht durch die Verpflichtungen abgedeckt.

Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimastrategien (E1-3)

Im Geschäftsjahr 2025 hat die NORMA Group ein standortbezogenes Ressourceneffizienzprogramm implementiert, das auf die kontinuierliche Reduktion von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen (THG) abzielt. Im Rahmen dieses Programms wurden punktuell Heizungssysteme ausgetauscht sowie Produktionsprozesse durch den Einsatz neuer Maschinen und Anlagen optimiert. Diese Maßnahmen betreffen die Emissionen innerhalb der eigenen Geschäftstätigkeit und umfassen die Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen.

Im Geschäftsjahr 2025 wurden Energy Attribute Certificates (EACs) für sämtliche Produktionsstandorte der NORMA Group erworben – mit Ausnahme der Standorte in Mexiko und eines Standorts im Vereinigten Königreich. Für einen Standort in Frankreich wurden EACs gekauft, die mehr als zwei Drittel des dortigen Stromverbrauchs abdecken. Durch den Einsatz dieser Zertifikate können wir unsere bilanzierten CO₂-Emissionen reduzieren und sicherstellen, dass der in unseren Produktionsprozessen eingesetzte Strom aus erneuerbaren Energiequellen stammt. EACs leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung unseres Stromverbrauchs.

Zur Erweiterung der Datenerhebungsprozesse wurde ein Projekt zur Ermittlung des Product Carbon Footprints (PCF) begonnen. Außerdem wurde die Datenerhebung der Scope-3-Emissionen weiterentwickelt. Diese Maßnahmen sind Teil der Entwicklung einer langfristigen Roadmap zur Dekarbonisierung der Wertschöpfungskette. Darüber hinaus begegnet die NORMA Group dem Risiko von Extremwetterereignissen durch präventive Maßnahmen wie die punktuelle Nutzung von Kühlungssystemen, Wassertanks sowie durch den Einsatz von Versicherungen im Bereich Gebäudeschutz. Durch die regelmäßige Auditierung gemäß ISO 14001 müssen im Rahmen des Audits bestimmte Maßnahmen umgesetzt und Fortschritte erzielt werden, um die Zertifizierung zu erhalten. An 92 % der Produktionsstandorte liegen diese Zertifizierungen vor. Am größten Produktionsstandort der NORMA Group in Maintal wird neben einer ISO-14001-Zertifizierung noch die Zertifizierung gemäß ISO 50001 regelmäßig durchgeführt. Die ISO-14001-Zertifizierung belegt die Einführung eines Umweltmanagementsystems, das auf die Minimierung von Umweltbelastungen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben ausgerichtet ist. Die ISO-50001-Zertifizierung bestätigt ein systematisches Energiemanagement, das auf die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz und die Reduktion von energiebedingten Emissionen abzielt.

Für die oben genannten Maßnahmen wurden geringfügige Investitionen getätigt. Die Maßnahmen tragen zur Erreichung der Klimaziele der NORMA Group bei und stärken gleichzeitig die betriebliche Resilienz.

Aus der Implementierung zusätzlicher Maßnahmen wie zum Beispiel Einsatz grüner Energien werden die THG-Emissionen reduziert. Die aus den bestehenden Anlagen zur Verfügung gestellte Menge an grüner Energie betrug 2025 4.673 MWh.

Übergangsplan für den Klimaschutz (E1-1)

Die NORMA Group arbeitet derzeit an einem Übergangsplan für den Klimaschutz, der im Geschäftsjahr 2025 noch nicht abgeschlossen wurde. Es gab keine wesentlichen laufenden oder geplanten Betriebsausgaben oder Investitionsausgaben, die in Bezug zum Übergangsplan für den Klimaschutz stehen.

Ziele im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel (E1-4)

Die NORMA Group orientiert sich an dem Grundsatz, ihren ökologischen Fußabdruck kontinuierlich zu verringern. Im Themenfeld Klimawandel wurden ein konkretes Ziel abgeleitet, das darauf abzielt, klimabezogene Auswirkungen, Risiken und Chancen systematisch zu steuern. Das zentrale Ziel bestand in der Reduzierung von Treibhausgasemissionen (THG) durch die Umsetzung gezielter Maßnahmen. Für das Geschäftsjahr 2025 wurde festgelegt, insgesamt 1.000 Tonnen THG-Emissionen zu vermeiden. Dieses Ziel war vergütungsrelevant und bezog sich auf die Produktionsstätten und die Distributionszentren der NORMA Group und umfasste sowohl Scope-1- als auch Scope-2-Emissionen (marktbasiert). Die Berechnung der Emissionsvermeidung erfolgt unabhängig vom jeweiligen Implementierungszeitpunkt der Maßnahmen innerhalb des Geschäftsjahres und wird auf das Gesamtjahr angerechnet. Die festgesetzten Ziele dienen der kontinuierlichen Reduzierung der Emissionen und wurden in der Vergangenheit weiterentwickelt, weshalb eine Vergleichbarkeit erschwert wird. Diese Vorgehensweise ist Teil der strategischen Ausrichtung zur langfristigen Steigerung der Ressourceneffizienz. Das genannte Ziel wurde zum Ende des Geschäftsjahres 2025 erreicht.

Die Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen sind nicht wissenschaftlich fundiert, nicht vereinbar mit der Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C und wurden gemeinsam mit dem Aufsichtsrat verabschiedet. Zudem wurden keine weiteren Interessenträger in den Zielfindungsprozess einbezogen.

Die NORMA Group möchte durch die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen an den einzelnen Standorten im Rahmen des Ressourceneffizienzprogramms ihr gesetztes Ziel zur Reduktion der Treibhausgasemissionen erreichen. Damit möchte die NORMA Group ihre negativen Auswirkungen reduzieren.

Die NORMA Group befindet sich aktuell im Aufbau entsprechender Prozesse, um Ziele im Hinblick auf die Auswirkungen und Chancen bezogen auf den Klimawandel zu entwickeln und umzusetzen. Daher handelt es sich bei dem Ziel für das Geschäftsjahr 2025 um ein Brückenziel, das das grundsätzliche Ambitionsniveau von NORMA, dem Klimawandel entgegenzuwirken, unterstützt und gleichzeitig die Zeit einräumt, eine langfristige Roadmap zu entwickeln. Für das Geschäftsjahr 2026 wurde ein neues Ziel festgelegt, insgesamt 700 Tonnen THG-Emissionen zu vermeiden. Dieses Ziel bezieht sich auf die Produktionsstätten der NORMA Group und umfasst sowohl Scope-1- als auch Scope-2-Emissionen (marktbasiert).

Darüber hinaus wurde für das Geschäftsjahr 2026 ein weiteres Ziel im Bereich Energieverbrauch definiert. Demnach soll der Energieverbrauch der Produktionsstätten und Distributionszentren der NORMA Group auf maximal 103,0 kWh pro TEUR Umsatz begrenzt werden.

Kennzahlen im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel (E1-5)
Energieverbrauch und Energiemix (E1-5)

Der Energieverbrauch der NORMA Group stellte sich im Geschäftsjahr 2025 wie folgt dar:

     

Energieverbrauch und -mix

 

 

 

2025

2024

0

0

5.357

3.823

19.470

18.019

0

0

64.335

74.349

89.161

96.191

73

75

5.611

4.589

5

4

0

0

23.081

24.103

4.257

3.557

27.338

27.660

22

22

122.111

128.440

Die NORMA Group hat im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 29.499 MWh an Energie erzeugt. Davon stammen 24.827 MWh aus nicht erneuerbaren Ressourcen und 4.673 MWh aus erneuerbaren Quellen.

Die dafür notwendigen Energiedaten werden systematisch an allen Standorten der NORMA Group erfasst. Die Daten basieren auf Informationen externer Quellen wie beispielsweise Energieträgerliefermengen von den jeweiligen Energieversorgern sowie internen Messdaten. Wenn zum Erhebungszeitpunkt keine Ist-Daten vorliegen, greift die NORMA Group in geringem Maße auf Extrapolationslogiken zurück. Die Schätzungen betreffen überwiegend Büroflächen und Logistikzentren, die von Drittparteien von der NORMA Group angemietet werden. In diesen Fällen ist kein unmittelbarer Zugang zu abrechenbaren Verbrauchswerten möglich. Um eine maximal mögliche näherungsweise Aussage über die Energieverbräuche zu erhalten, wird ein spezifischer Energieverbrauch je Quadratmeter für Büro- sowie Logistikfläche separat ermittelt. Grundlage dieses spezifischen Verbrauchswertes ist ein mathematisch errechneter Referenzstandort jeweils für Büro- und Logistikzentren. Für Büroflächen gilt 0,16 MWh je Quadratmeter und für Logistikzentren 0,02 MWh je Quadratmeter. Anhand dieser Kennwerte werden die Verbrauchswerte der Standorte ohne direkt abrechenbarem Energieverbrauch ermittelt und berichtet. Die Schätzung umfasst einen Anteil von 0,92 % bezogen auf den Gesamtenergieverbrauch.

Energieintensität auf der Grundlage der Nettoumsatzerlöse

Die berechnete Energieintensität der NORMA Group entspricht dem Gesamtenergieverbrauch im Verhältnis zu den Nettoumsatzerlösen aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren. Dabei geht die NORMA Group davon aus, dass alle Geschäftstätigkeiten in diese klimaintensiven Sektoren fallen, da sie keine Aktivitäten in nicht klimaintensiven Bereichen betreibt. Folgende klimaintensive Sektoren wurden identifiziert: Herstellung von Kunststoffwaren (C222000), Herstellung von Platten, Folien, Schläuchen und Profilen aus Kunststoffen (C222100), Herstellung von Metallerzeugnissen (C250000), Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung; Mechanik a. n. g. (C256000), Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung (C256100), Herstellung von Schrauben und Nieten (C259400), Herstellung von sonstigen Metallwaren a. n. g. (C259900), Herstellung von sonstigen Teilen und sonstigem Zubehör für Kraftwagen (C293200), Wasserversorgung (E360000), Abwasserentsorgung (E370000), Bau von Straßen (F421100). Auf dieser Basis wird die Energieintensität anhand des gesamten Energieverbrauchs und der Nettoumsatzerlöse berechnet. Der Betrag der Nettoumsatzerlöse aus den Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren entspricht 1.082,752 Mio. EUR und kann den Angaben aus dem Jahresabschluss in den Kapiteln KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG und AUFGEGEBENER GESCHÄFTSBEREICH direkt zugeordnet werden. Wir berücksichtigen hierbei die Konzernumsatzerlöse inklusive der nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten.

     

Gesamtenergieverbrauch je Nettoeinnahme (in MWh/Mio. EUR)

 

 

 

2025

2024

113

111

THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen (E1-6)

Während des Berichtszeitraums sind keine wesentlichen Änderungen innerhalb der NORMA Group und ihrer vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette eingetreten.

Die THG-Emissionen der NORMA Group finden sich in nachfolgender Tabelle.

     

THG-Emissionen (in t CO2eq)

 

 

 

2025

2024

   

6.001

5.163

0

0

   

41.220

45.523

34.577

35.5941

5.174

1.937

   

320.555

307.786

216.393

215.6862

3.894

4.332

8.749

9.233

25.044

27.805

3.298

4.5753

2.890

4.296

7.129

6.913

24.815

6.042

3.789

5.452

12

0,2

24.541

23.5414

   

367.776

358.471

361.133

348.543

   

Die NORMA Group ermittelt und protokolliert ihre Treibhausgasbilanz gemäß der Greenhouse-Gas-(GHG-)Protocol-Initiative. Dabei werden Scope-1- und Scope-2-Emissionen für alle Standorte weltweit sowie Scope-3-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigt. Über den finanziellen Konsolidierungskreis hinaus besteht keine operative Kontrolle.

Für die Scope-1-Emissionen werden die Emissionsfaktoren von „UK Government GHG Conversion Factors for Company Reporting“, kurz „DEFRA“, und für die Emissionsfaktoren im Bereich Fuels, veröffentlicht vom VDA (Verband der Automobilindustrie), genutzt.

Scope-2-Emissionen können auf zwei Arten berechnet werden: standortbasiert und marktbasiert. Bei der standortbasierten Berechnungsmethodik werden die Energieverbräuche mit durchschnittlichen länderbezogenen Emissionsfaktoren der International Energy Agency (IEA – Internationale Energieagentur) berechnet. Bei der marktbasierten Berechnungsmethodik werden die Emissionen anhand individueller Emissionsfaktoren der eigenen Energieversorgungsunternehmen berechnet. Gibt es keinen Emissionsfaktor für marktbezogene Ansätze, werden die standortbasierten Emissionsfaktoren gemäß den Vorgaben des GHG Protocol genutzt. Diese Methodik soll sicherstellen, dass alle relevanten Emissionen erfasst und korrekt berechnet werden.

Der Wert der marktbezogenen Scope-2-THG-Bruttoemissionen im Geschäftsjahr 2024 wurde aufgrund einer Anpassung der Berechnungsformel revidiert. Darüber hinaus wurde der im Jahr 2024 gültige Grünstromvertrag für einen unserer Produktionsstandorte in der ursprünglichen Berechnung nicht berücksichtigt. Für das Geschäftsjahr 2025 betragen die marktbezogenen Scope-2-THG-Bruttoemissionen 34.577 t CO₂eq (2024: 35.594 t CO₂eq) nach der neuen Berechnungsmethode. Nach der alten Berechnungsmethode betragen die marktbezogenen Scope-2-THG-Bruttoemissionen für das Geschäftsjahr 2024 30.794 t CO₂eq. Die Abweichung zwischen der ursprünglichen und der aktualisierten Berechnung in 2024 beläuft sich auf 4.800 t CO₂eq. Die angepasste Berechnungsmethodik findet bereits im Geschäftsjahr 2025 Anwendung und stellt eine konsistente sowie methodisch vergleichbare Vorgehensweise sicher.

Für die Scope-3-Emissionen werden abhängig von der Kategorie unterschiedliche Quellen für Emissionsfaktoren verwendet, darunter beispielsweise Faktoren der IEA, Sphera Managed LCA Content Databases, Supply Chain Greenhouse Gas Emission Factors v1.4 by NAICS-6. Die Treibhausgasemissionen umfassen CO2, CH4, N2O, HFCs, PFCs, SF6 und NF3. Die Methodik und Annahmen der NORMA Group zur Emissionsberechnung basieren auf spezifischen Skalierungen und Berechnungen. Der Emissionsfaktor für N2O wird anhand von Verbrennungen berechnet. Grundlage der Emissionsberechnung ist demnach der Emissionsfaktor je Einheit Brennstoff. Gleiches gilt für CH4 und CO2, von Stichprobenmessungen durch Schornsteinfeger skaliert. HFCs und PFCs werden anhand des Lösemittelanteils in Betriebsstoffen berechnet. Zudem ist das Emission Trading Scheme für NORMA nicht relevant, wie nach Rücksprache mit regionalen Direktoren bestätigt wurde.

Die NORMA Group hat ihre signifikanten Scope-3-Kategorien auf Basis der Kriterien des GHG Protocol Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting und Reporting Standards identifiziert. Folgende Kategorien wurden als signifikant identifiziert:

 

Kat. 1 – Eingekaufte Waren und Dienstleistungen

 

Kat. 2 – Kapitalgüter

 

Kat. 3 – Brennstoff- und energiebezogene Emissionen

 

Kat. 4 – Transport und Distribution (Upstream)

 

Kat. 5 – Abfall aus Geschäftstätigkeiten

 

Kat. 6 – Geschäftsreisen

 

Kat. 7 – Pendeln der Mitarbeitenden

 

Kat. 9 – Transport und Distribution (Downstream)

 

Kat. 10 – Verarbeitung verkaufter Produkte

 

Kat. 11 – Nutzung verkaufter Produkte

 

Kat. 12 – Entsorgung von verkauften Produkten am Ende ihrer Lebensdauer

 

   

Berechnungsmethoden zur Ermittlung der Scope-3-Emissionen

Methode

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

Die Scope-3-Kategorien wurden in Übereinstimmung mit dem GHG Protocol ermittelt und umfassen CO2, CH4, N2O, HFKW, PFKW, SF6 und NF3. Der Umfang ist konsistent mit dem finanziellen Konsolidierungskreis, sodass alle konsolidieren Einheiten der Gruppe berücksichtigt werden. Die Daten basieren überwiegend auf Sekundärdaten. Nahezu 0 % der Emissionen werden mithilfe von Primärdaten bestimmt, die direkt von Lieferanten oder anderen Partnern in der Wertschöpfungskette bezogen werden.

Die Scope-3-Emissionen wurden für das Geschäftsjahr 2025 gegenüber 2024 methodisch überarbeitet. Die Anpassung der Berechnungsmethode betrifft die Kategorie 1 – Emissionen aus eingekauften Waren und Dienstleistungen, die Kategorie 5 – Abfall aus Geschäftstätigkeiten sowie die Kategorie 12 – Emissionen aus der End-of-Life-Behandlung von verkauften Produkten. Im Rahmen des Berechnungs- und Validierungsprozesses für 2025 wurden Schwächen des bisherigen Ansatzes für die Kategorien identifiziert, insbesondere im Hinblick auf die Genauigkeit der zugrunde liegenden Produktstammdaten. Vor diesem Hintergrund erfolgte die Berechnung der Emissionen in Kategorie 1 auf Ausgabenbasis, während Kategorie 12 auf Basis des Nettogewichts der verkauften Produkte und der Abfallbehandlungsmethoden ermittelt wurde. Für Kategorie 5 wurden Emissionsfaktoren entlang des gesamten Abfallbehandlungsprozesses, einschließlich Transport und Behandlung der Abfälle, berücksichtigt. Aufgrund der Methodikänderung wurden die Zahlen für das Vorjahr 2024 mit der neuen Berechnungsmethode noch einmal neu berechnet. Somit belaufen sich die Scope-3-Emissionen im Geschäftsjahr 2024 in Kategorie 1 auf 215.686 t CO2eq (2024 alter Wert: 774.295 t CO2eq), in Kategorie 5 auf 4.575 t CO2eq (2024 alter Wert: 4.470 t CO2eq) und in Kategorie 12 auf 23.541 t CO2eq (2024 alter Wert: 223.441 t CO2eq).

Folgende Kategorien wurden nicht in die Bilanzierung mit einbezogen:

   

Ausgeschlossene Scope-3-Emissionen

Die NORMA Group legt biogene CO2-Emissionen aus der Verbrennung oder dem biologischen Abbau von Biomasse, sofern vorhanden, offen. Für das Geschäftsjahr 2025 sind bei der NORMA Group keine THG-Emissionen aus Scope 1, 2 und 3 in diesem Bezug entstanden. Darüber hinaus werden Emissionen anderer Treibhausgase (wie CH4 und N2O) und CO2-Emissionen, die im Lebenszyklus der Biomasse entstehen und nicht der Verbrennung oder dem biologischen Abbau zuzuschreiben sind (wie Treibhausgasemissionen aus der Verarbeitung oder dem Transport von Biomasse), in die Berechnung der regulären Scope-3-Treibhausgasemissionen einbezogen.

Für die Berechnung der THG-Intensität auf der Grundlage der Nettoeinnahmen hat die NORMA Group die gesamten THG-Emissionen in den Zähler aufgenommen, während die gesamten Nettoeinnahmen in Höhe von 1.082,752 Mio. EUR im Nenner enthalten sind.

 

Treibhausgasintensität auf Basis der Nettoeinnahmen

Die THG-Emissionsintensität der NORMA Group ist in nachfolgender Tabelle dargestellt. Die Angabe der Treibhausgasintensität umfasst die THG-Gesamtemissionen in Tonnen CO2-Äquivalent pro Nettoerlös. Die Nettoeinnahmen sind innerhalb des Jahresberichts an folgenden Stellen KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG und AUFGEGEBENER GESCHÄFTSBEREICH zu finden. Wir berücksichtigen hierbei die Konzernumsatzerlöse inklusive der nicht fortgeführten Geschäftstätigkeiten.

Bei der Berechnung der Kennzahl wurde folgende Methodik angewandt: THG-Gesamtemissionen in Tonnen CO2-Äquivalent dividiert durch den gesamten Nettoerlös. Es wurden keine signifikanten Annahmen getroffen.

     

Intensität der Treibhausgasemissionen pro Nettoeinnahme

 

 

 

2025

2024

340

310

334

302

Entnahme von Treibhausgasen und Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Gutschriften (E1-7)

Im Geschäftsjahr 2025 führt die NORMA Group keine Projekte zur Verringerung oder zum Abbau von Treibhausgasen durch, die über CO2-Gutschriften finanziert werden.

Interne CO2-Bepreisung (E1-8)

Die NORMA Group wendet darüber hinaus derzeit keine interne CO2-Bepreisung an.

Legende

Diese Inhalte sind Teil des nichtfinanziellen Konzernberichts und unterlagen einer gesonderten Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“).