Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell (SBM-3)
               

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

 

 

Einordnung

Zeithorizont

Wertschöpfungskette

Auswirkung, Chance, Risiko

kurzfristig

mittelfristig

langfristig

vorgelagert

eigene Aktivitäten

nachgelagert

Negative Auswirkung

Negative Auswirkung

Die NORMA Group hat im Bereich Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft tatsächliche negative Auswirkungen identifiziert. Die NORMA Group hat im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse die eingesetzten Ressourcen anhand der am häufigsten eingekauften Warengruppen priorisiert. Dabei wurden insbesondere die Materialgruppen Stahl, Draht, Granulate, Metallkomponenten sowie Kunststoffteile berücksichtigt. Die identifizierten negativen Auswirkungen umfassen sowohl die Entstehung gefährlicher und nicht gefährlicher Abfälle innerhalb der eigenen Geschäftstätigkeiten als auch den Einsatz von Materialien und Primärrohstoffen entlang der vorgelagerten Wertschöpfungskette. Diesen Auswirkungen begegnet die NORMA Group mit einer strategischen Ausrichtung auf die Vermeidung und Minimierung von Produktionsabfällen sowie durch ein fortlaufendes Hinterfragen des Material- und Ressourceneinsatzes.

Die negativen Auswirkungen werden vor allem in den verschiedenen Phasen der Produktion sowie während des gesamten Lebenszyklus der Produkte deutlich, insbesondere im Hinblick auf den hohen Einsatz und Verbrauch. Im Verlauf dieser Prozesse entstehen sowohl gefährliche als auch nicht gefährliche Abfälle, die zusätzliche Belastungen für Umwelt und Ressourcen verursachen. Die NORMA Group trägt mit den eigenen Tätigkeiten und Geschäftsbeziehungen (z. B. durch Lieferanten) im Bereich Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft einen Anteil an den Auswirkungen.

Verpflichtungen im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (E5-1)

Die NORMA Group verfügt über ein Umweltkonzept, um den negativen Auswirkungen ihrer Aktivitäten im Bereich Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft gerecht zu werden. Das Konzept bezieht sich auf die eigene Geschäftstätigkeit der NORMA Group sowie die vorgelagerte Wertschöpfungsstufe. Das Umweltkonzept umfasst unter anderem die Grundsätze des Unternehmens im Hinblick auf das Abfallaufkommen als wesentlichen Indikator für den effizienten Umgang mit Rohstoffen. Die Reduzierung bzw. Vermeidung des Abfallaufkommens wird entsprechend den Umweltmanagementsystemen an jedem Produktionsstandort der NORMA Group gesteuert. Dabei berücksichtigt die NORMA Group nicht die Abfallhierarchie. Die Prinzipien für ihr Umweltmanagementsystem hat die NORMA Group in einer globalen Umweltrichtlinie festgehalten. Detaillierte Informationen zum umfassenden Umweltkonzept der NORMA Group befinden sich im Kapitel VERPFLICHTUNGEN IM ZUSAMMENHANG MIT DEM KLIMASCHUTZ UND DER ANPASSUNG AN DEN KLIMAWANDEL (E1-2). Die NORMA Group erhebt sowohl das Aufkommen gefährlicher Abfälle als auch das Aufkommen ungefährlicher Abfälle. Je nach Abfallart wendet die NORMA Group unterschiedliche Arten der Wiederverwertung an. Punktuell wurden nicht quantifizierbare Mengen anfallender Kunststoffabfälle regranuliert und dem Produktionsprozess zurückgeführt.

Das Umweltkonzept der NORMA Group ist derzeit noch nicht auf die Abkehr von der Nutzung von Primärstoffen bzw. zunehmende Nutzung sekundärer Ressourcen und auch nicht auf die nachhaltige Beschaffung und Nutzung erneuerbarer Ressourcen ausgerichtet.

Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (E5-2)

Ein effizientes Abfallmanagement und die Integration von Prinzipien der Kreislaufwirtschaft sollen die Ressourceneffizienz der NORMA Group steigern. Die Reduzierung von Abfällen ist ebenso Teil der Excellence in der Produktion wie beispielsweise die Rückführung in den Produktionsprozess als Element der Kreislaufwirtschaft. Die Prozesse und Maßnahmen laufen derzeit auf individueller Standortebene. Zur Förderung der positiven Auswirkungen befindet sich die NORMA Group aktuell im Aufbau entsprechender gruppenweiter Prozesse, um fundierte Maßnahmen zu entwickeln, zu implementieren und zu tracken. Durch die regelmäßige Auditierung gemäß ISO 14001 müssen im Rahmen des Audits bestimmte Maßnahmen umgesetzt und Fortschritte erzielt werden, um die Zertifizierung zu erhalten. An 92 % der Produktionsstandorte liegen diese Zertifizierungen vor. Die ISO-14001-Zertifizierung belegt die Einführung eines Umweltmanagementsystems, das auf die Minimierung von Umweltbelastungen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben ausgerichtet ist.

Im Geschäftsjahr 2025 hat die NORMA Group an einem standortbezogenen Projekt zur Herstellung eines Produktes unter Einsatz von recycelten Materialien gearbeitet. Dabei konnte in geringfügigen Mengen Gewicht reduziert und somit Material eingespart werden.

Für die oben genannten Maßnahmen wurden geringfügige Investitionen getätigt. Die Maßnahmen tragen zur Erreichung der Klimaziele der NORMA Group bei und stärken gleichzeitig die betriebliche Resilienz.

Ziele im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (E5-3)

Die NORMA Group orientiert sich an dem Grundsatz, ihren ökologischen Fußabdruck kontinuierlich zu verringern. Im Themenfeld Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft wurden daraus konkrete Ziele abgeleitet, die darauf abzielen, ressourcenbezogene Auswirkungen, Risiken und Chancen systematisch zu steuern. Das zentrale Ziel bestand in der Begrenzung des angefallenen Metall- und Plastikabfalls der NORMA Group innerhalb des Geschäftsjahres 2025 auf maximal 7,15 kg pro TEUR Umsatz. Dieses Ziel galt für alle Produktionsstätten des Unternehmens.

Ein zentrales Commitment im Umweltkonzept der NORMA Group ist der effiziente Umgang mit Rohstoffen sowie die kontinuierliche Reduzierung des Abfallaufkommens. Das definierte Ziel konkretisiert diesen Grundsatz und wird über den Indikator des Abfallaufkommens für die beiden genannten Abfallarten gemessen. Hintergrund der Zielsetzung war es, eine stetige Reduzierung des Abfallaufkommens auf Grundlage des vergangenen Abfallaufkommens zu gewährleisten. Das Ziel beruht nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die NORMA Group hat keine Interessenträger in die Festlegung des Ziels einbezogen. Die festgelegten Ziele beziehen sich auf die Produktionsphase und sind freiwillig. Bei der Festlegung der Ziele wurden keine ökologischen Schwellenwerte sowie unternehmensspezifischen Aufteilungen berücksichtigt. Die NORMA Group überwacht das Ziel anhand festgelegter Kennzahlen. Weitere Informationen finden sich im Kapitel RESSOURCENABFLÜSSE – ABFÄLLE (E5-5). Das Ziel wurde 2025 erreicht.

Das übergeordnete Ziel im Geschäftsjahr 2026 ist es, die anfallende Metall- und Kunststoffabfallaufkommen bei der NORMA Group auf höchstens 10,98 kg pro TEUR Umsatz für alle Produktionsstätten zu begrenzen.

Kennzahlen im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (E5-5)
Ressourcenabflüsse – Abfälle (E5-5)

In der nachfolgenden Tabelle wird das Gesamtabfallaufkommen aus den eigenen Aktivitäten der NORMA Group im Geschäftsjahr 2025 aufgelistet.

     

Gesamtabfallaufkommen (in t)

 

 

 

2025

2024

Gesamtmenge des Abfallaufkommens

12.381

11.742

215

221

1,0

1

21

15

193

205

7.924

8.043

125

128

7.703

7.833

96

82

577

514

169

147

8

4

399

362

3.701

2.969

747

846

2.902

2.044

52

79

4.242

3.478

34,3

29,6

Um eine näherungsweise Aussage über das Abfallaufkommen zu erhalten, wird ein spezifisches Abfallaufkommen ermittelt. Dieses wird getrennt nach Büroflächen und Logistikzentren ermittelt, da sich die Bezugsgrößen unterscheiden. Für die Büroflächen werden 900 Gramm pro Mitarbeiter und pro Arbeitstag (220 Tage) angenommen. Mit dieser Grundlage ist das absolute Abfallaufkommen skaliert worden. Grundlage für die Logistikzentren ist ein spezifisches Abfallaufkommen für einen mathematisch errechneten Referenzstandort. Auf Basis dieses Kennwertes wurde das Abfallaufkommen für die Standorte ermittelt, die kein direkt abrechenbares Abfallkommen ausweisen konnten. Die Schätzung umfasst einen Anteil von 10,25 % bezogen auf die absolute Abfallmenge.

Der Abfall der NORMA Group enthält die folgenden Materialien: Metallabfälle, Plastikabfälle durch Produktion der Produkte, Kartonabfälle und Holzabfälle durch Logistikprozesse und Restabfälle.

Die NORMA Group hat 791 Tonnen gefährliche Abfälle erzeugt. Die Klassifizierung der Abfälle erfolgt durch jeden Standort der NORMA Group. Es werden keine radioaktiven Abfälle erzeugt.

Die Datengrundlage für das Abfallmanagement der NORMA Group basiert auf Rechnungen und Entsorgerbescheinigungen/Wiegescheinen. Der Scope umfasst alle Standorte der NORMA Group weltweit. Die lokalen Abfallmanagementpraktiken sind Teil der ISO-14001-Zertifizierung. Da es keine globalen Abfallklassifizierungen gibt, erfolgt die Klassifizierung an jedem Standort gemäß den lokalen Vorschriften und Regulierungen. Die Daten zu den Wiederverwertungsarten stammen ebenfalls von den Entsorgern. Der Großteil der Abfälle der NORMA Group wird recycelt, was auf die Art der Produktion zurückzuführen ist, beispielsweise durch die Verwendung reiner Metallabfälle und Schwarzteile aus Spritzgießmaschinen, die eine hohe Recyclingfähigkeit aufweisen.

Zusätzlich zu den berichteten Kennzahlen in Übereinstimmung mit den ESRS stellt die NORMA Group weitere Informationen zur Ressourcennutzung bereit. Da die Anforderungen an die Berichterstattung in diesem Bereich derzeit noch nicht vollständig erfüllt werden können, stellt die NORMA Group ergänzende Informationen freiwillig bereit. Sie sind aktuell nicht Gegenstand der externen Prüfung. Diese Angaben befinden sich im folgenden Abschnitt: WEITERFÜHRENDE, FREIWILLIGE NACHHALTIGKEITSANGABEN.

Ressourcenabflüsse – Produkte und Materialien (E5-5)

Die Produkte und Materialien der NORMA Group sind teilweise nach kreislauforientierten Grundsätzen konzipiert: Haltbarkeit, Wiederverwendbarkeit, Reparaturfähigkeit und Recyclingfähigkeit. Die Ressourcenabflüsse lassen sich anhand der drei wesentlichen Geschäftsfelder der NORMA Group unterteilen: Fluid-Systeme, Fasten-Systeme und Water Management.

a) Fluid-Systeme

Für die Haltbarkeit von Fluid-Systemen gilt grundsätzlich, dass die NORMA-Produkte so lange haltbar sind wie die Lebensdauer des Endprodukts, in dem das NORMA-Produkt verbaut wurde. Damit ist die Haltbarkeit des NORMA-Produkts abhängig von der Haltbarkeit des eigentlichen Endprodukts. Grund dafür ist, dass die NORMA Group ihre Produkte so entwickelt, dass diese spezifische Kundenanforderungen erfüllen und ihnen entsprechen und damit spezifisch für das entsprechende Endprodukt geeignet sind.

Für die Reparaturfähigkeit von Fluid-Systemen gilt, dass diese nicht reparaturfähig sind, da die grundsätzliche Empfehlung der NORMA Group an ihre Kunden ist, das gesamte NORMA-Produkt auszutauschen, statt es zu reparieren. Die Produkte der NORMA Group weisen im Vergleich zu den Produkten ihrer Endkunden in der Regel eine geringere Komplexität auf. Daher ist die Reparaturfähigkeit sehr eingeschränkt, und aufgrund des Konstruktionsprinzips, die Lebensdauer der Anwendungen ihrer Kunden zu überstehen, ist eine Reparatur nicht vorgesehen.

Produkte der NORMA Group im Bereich der Fluid-Systeme sind theoretisch zu 60 % recycelbar. Grundsätzlich wird das Recycling der NORMA-Produkte von ihren jeweiligen Kunden organisiert, zum Beispiel nach dem Ende der Lebensdauer. Um die Entsorgung für die Kunden zu vereinfachen, weist die NORMA Group die verwendeten Materialien ihrer Produkte aus. Je nach den verwendeten Materialien und Fluid-Systemen können verschiedene Methoden zum Recycling angewandt werden – vom mechanischen Recycling bis zum chemischen Recycling. Innerhalb der Fluid-Systeme unterscheidet die NORMA Group zwischen mehr- und einschichtigen Rohren. Mehrschichtige Rohre machen 35 % der Fluid-Systeme aus und sind aufgrund ihrer Zusammensetzung nicht kommerziell recycelbar. Einschichtige Rohre machen 60 % der Fluid-Systeme aus und sind grundsätzlich recycelbar.

b) Fasten-Systeme

Für die Haltbarkeit von Fasten-Systemen gilt grundsätzlich, dass die NORMA-Produkte so lange haltbar sind wie die Lebensdauer des Endprodukts, in dem das NORMA-Produkt verbaut wurde. Damit ist die Haltbarkeit des NORMA-Produkts abhängig von der Haltbarkeit des eigentlichen Endprodukts. Grund dafür ist, dass die NORMA Group ihre Produkte so entwickelt, dass diese spezifische Kundenanforderungen erfüllen und ihnen entsprechen und damit spezifisch für das entsprechende Endprodukt geeignet sind.

Für die Reparaturfähigkeit von Fasten-Systemen gilt, dass diese nicht reparaturfähig sind, da die grundsätzliche Empfehlung der NORMA Group an ihre Kunden ist, das gesamte NORMA-Produkt auszutauschen, statt es zu reparieren. Die Produkte der NORMA Group weisen im Vergleich zu den Produkten ihrer Endkunden eine geringe Komplexität auf. Daher ist die Reparaturfähigkeit sehr eingeschränkt, und aufgrund des Konstruktionsprinzips, die Lebensdauer der Anwendungen ihrer Kunden zu überstehen, ist eine Reparatur nicht vorgesehen.

Produkte der NORMA Group im Bereich der Fasten-Systeme sind aufgrund ihrer recycelbaren Einzelbestandteile theoretisch bis zu 100 % recycelbar. Auch in dieser Produktgruppe gilt, dass das Recycling der Produkte vom jeweiligen Kunden organisiert wird. Fasten-Produkte werden aus verschiedenen Stahlsorten (Baustahl, Edelstahl) und Aluminium hergestellt. Stahl und Aluminium können im Allgemeinen bis zu 100 % recycelt werden. Es ist ein Standardverfahren der Industrie, Stähle zu sammeln und zur Wiederverwendung einzuschmelzen. Wenige Komponenten der Fasten-Produkte sind aus Elastomeren, die wiederum fast vollständig recycelbar sind.

c) Water-Management-Produkte

Für die Haltbarkeit von Water-Management-Produkten gilt grundsätzlich, dass die NORMA-Produkte langlebig sind und jahrzehntelang halten. Eine Garantie besteht für diese Produkte für 1–7 Jahre.

Alle Produkte sind so konzipiert und hergestellt, dass sie für die Installation und Nutzung durch den Verbraucher über einen längeren oder langfristigen Lebenszyklus halten. Diese verlängerten oder langfristigen Systemlebenszyklen reichen von 3 bis 10+ Jahren. Die Produktgarantie beträgt mindestens 1 Jahr bis maximal 7 Jahre unter den vorgesehenen Anwendungen und normalen Betriebsbedingungen.

Für die Reparaturfähigkeit von Water-Management-Produkten gilt, dass die Reparaturfähigkeit grundsätzlich gegeben ist. Die Mehrzahl der Produkte wird mit reparaturfähigen und/oder Ersatzkomponenten konstruiert und hergestellt, wie zum Beispiel Dichtungen, Verbindungselementen (Schrauben, Bolzen, Muttern), Deckel, Kappen, Anschlüssen/Adaptern, Rosten. Zusätzlich ist ein Produktentwicklungskriterium ein sogenanntes „Rückwärtskompatibilitätselement“, um die Nachrüstung bestehender Produkte mit neuen Produktdesigns zu unterstützen.

Produkte der NORMA Group im Bereich des Water Management sind aufgrund ihrer Materialzusammensetzung grundsätzlich zu 100 % recycelbar. In den meisten Fällen können die Originalprodukte in einem Schritt mechanisch auseinandergenommen werden, um das Recycling der einzelnen Kunststoffkomponenten sicherzustellen.

Legende

Diese Inhalte sind Teil des nichtfinanziellen Konzernberichts und unterlagen einer gesonderten Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“).