Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die hier dargestellte gesamtwirtschaftliche Perspektive, welche die von der NORMA Group bearbeiteten vielfältigen Industriesegmente und regionalen Absatzmärkte berücksichtigt, stellt die Basis der Prognose und des Ausblicks der NORMA Group für das Geschäftsjahr 2026 dar.

 

Weltwirtschaft 2026: noch keine spürbare Erholung, aber Asien bleibt im Aufschwung

Auch 2026 dürften die Auswirkungen der neuen US-Handelspolitik die Weltwirtschaft überschatten, da die 2025 beschlossenen Zollanhebungen nun ganzjährig wirken werden. Zudem könnte die Eskalation des Grönland-Konflikts zu einem Handelskrieg zwischen den USA und Europa führen, der die gesamte Weltwirtschaft erheblich belasten würde. Darüber hinaus deutet sich weiterhin kein Ende des Ukraine-Kriegs an, sondern Russland richtet seine hybride Aggression verstärkt auch gegen NATO-Staaten in Europa. Ferner könnten die militärischen

Auseinandersetzungen im Nahen Osten (Gaza, Iran) sowie die schwelenden Konflikte zwischen China und Taiwan weiter eskalieren. In dieser Gemengelage befinden sich sowohl die Weltwirtschaft als auch die bislang regelbasierte geopolitische Weltordnung im Umbruch. Entsprechend hoch fallen 2026 die Unsicherheiten aus, und die Herausforderungen für die Weltwirtschaft bleiben komplex. Zunächst zeichnet sich eine Abschwächung der globalen Wirtschaftsdynamik ab. Nach Einschätzung des Kiel Instituts (IfW) dürften sich sukzessive jedoch auch Auftriebskräfte vor allem aus dem Privatkonsum entfalten. Ausschlaggebend hierfür sind die dank gesunkener Energiepreise niedrige Inflation sowie steigende Reallöhne in vielen Ländern. Außerdem sollte eine Erholung der Investitionstätigkeit einsetzen, auch stimuliert durch die forcierte Einbindung von KI in Produktionsanlagen und Geschäftsprozesse. Geldpolitisch fallen die Rahmenbedingungen uneinheitlich aus: Während die US-Notenbank (Fed) ihre Geldpolitik 2026 weiter lockern dürfte, wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen 2026 stabil hält. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in seiner Januar-Prognose 2026 davon aus, dass die Weltwirtschaft erneut um 3,3 % wächst. Damit wurden die Wachstumserwartungen gegenüber dem Herbst-Ausblick (+3,1 %) angehoben. Während in den Industrieländern ein Wachstum von 1,8 % erwartet wird, sollen die Entwicklungs- und Schwellenländer mit einem Zuwachs von 4,2 % auf Expansionskurs bleiben. Asiens Schwellenländer dürften 2026 ebenfalls kräftig wachsen. Treiber sind das Bevölkerungswachstum, die fortschreitende Urbanisierung und strukturell hohe Investitionen in Infrastruktur. Für China zeichnet sich jedoch ein verlangsamtes wirtschaftliches Expansionstempo für 2026 ab. Ursächlich hierfür sind laut IfW die ungelöste Immobilienkrise, Unsicherheiten bei Verbrauchern und Unternehmen, demografische Belastungsfaktoren sowie die hohe Verschuldung vieler Regionalregierungen. Die chinesische Regierung dürfte mit dem neuen Fünfjahresplan 2026–2030 versuchen, der Deflation entgegenzuwirken und die Binnennachfrage anzukurbeln. Andere Staaten Südostasiens profitieren davon, dass im Zuge der Handelskonflikte vielfach Produktionsstätten von China in diese Regionen verlagert werden. Dementsprechend fallen die Wachstumsaussichten für 2026 in den ASEAN-5-Ländern (+4,2 %) und Vietnam (+6,3 %) positiv aus. Obwohl das Wachstumstempo Indiens 2026 abflachen soll, bleibt die Expansion mit erwarteten 6,4 % überdurchschnittlich hoch.

Für die USA erwarten die Experten, dass im Jahresverlauf 2026 einerseits höhere Zölle dämpfend auf die Importe wirken und die damit verbundenen Belastungen schrittweise auf die Verbraucherpreise abgewälzt werden. Da die Löhne nur noch mäßig steigen und der Arbeitsmarkt stockt, verliert der Privatkonsum an Rückenwind. Andererseits sollten die Impulse des KI-Booms die Investitionstätigkeit weiter stützen. Zusätzlich sollten sinkende Zinsen, geringere Unternehmenssteuern sowie höhere Staatsausgaben für Militär und Grenzüberwachung 2026 konjunkturelle Impulse liefern. In Summe könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA 2026 sogar etwas robuster wachsen als im Berichtsjahr. In anderen großen Industrieländern bleibt die wirtschaftliche Dynamik nach Meinung der Experten 2026 gedämpft, etwa in Kanada (+1,6 %) und Südkorea (+1,8 %). Für Japan wird erwartet, dass das Wachstum trotz der expansiven Fiskalpolitik wieder abflacht und lediglich einen Zuwachs von 0,7 % erreicht.

In diesem global angespannten Umfeld steht Europa vor umfassenden sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Konjunkturperspektiven bleiben entsprechend getrübt, die Wirtschaft dürfte bei anhaltend hohen Unsicherheiten lediglich eine moderate Dynamik erreichen. Zwar stützen steigende Realeinkommen den Privatkonsum, und die Investitionstätigkeit sollte sich allmählich beleben; dennoch bleibt der Außenhandel infolge der hohen US-Zölle und des verschärften Wettbewerbs mit China belastet. Die Verfügbarkeit wichtiger Rohstoffe und Vorprodukte wie Batteriebauteile oder Mikrochips könnte im Falle neuer geopolitischer Spannungen beeinträchtigt sein. Geldpolitisch sind 2026 keine neuen Impulse zu erwarten, während die Signale aus der Fiskalpolitik für 2026 sehr uneinheitlich ausfallen. Großbritannien, Frankreich, Italien und die Niederlande setzen auf Haushaltskonsolidierung. Dagegen beabsichtigt Deutschland, die Wirtschaft mit schuldenbasierten

Sonderbudgets anzukurbeln und strukturelle Missstände zu beseitigen. Der IWF rechnet für 2026 mit einem Wachstum im Euroraum von 1,3 %. Auch für Großbritannien und die Schweiz sind die Aussichten verhalten.

In Deutschland zeichnet sich für 2026 ebenfalls noch kein selbsttragender Aufschwung ab. Strukturprobleme, Standortnachteile und das unsichere globale Umfeld wirken weiterhin als Bremsfaktoren. Nach einer Analyse des ifo Instituts sollen 2026 die US-Zölle das BIP in Deutschland um 60 Basispunkte (bp) drücken. Die Bundesregierung hat jedoch einen klaren fiskalpolitischen Kurswechsel eingeleitet. Auch wenn die sogenannten Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung realwirtschaftlich erst mit gewissem Zeitverzug voll wirksam werden, prognostiziert das ifo Institut, dass in Kombination mit diversen Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher bereits 2026 erste nachfragewirksame Effekte sichtbar werden. Das BIP soll dadurch um 30 bp steigen, 2027 sogar um 70 bp.

       

Prognose für das BIP-Wachstum (real)

 

2025

2026e

2027e

3,3

3,3

3,2

2,1

2,4

2,0

5,0

4,5

4,0

1,5

1,3

1,4

0,2

1,1

1,5

 

Umfeld für wichtige Kundenindustrien der NORMA Group

 

Maschinenbau

Die mittel- und langfristigen Perspektiven für den Maschinen- und Anlagenbau bleiben weiterhin attraktiv. Investitionen in den Schwellenländern werden von der dynamischen Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung getrieben, und die Bedeutung des „Globalen Südens“ für die globale Konjunktur dürfte weiter steigen. In den Industrieländern wird der Investitionsbedarf unabhängig vom Konjunkturzyklus vor allem durch drei strukturelle Treiber definiert: Protektionismus, Dekarbonisierung und Digitalisierung. Die Verschärfung der Handelskonflikte in Kombination mit dem Umbruch der geopolitischen Ordnung erfordert daher den Aufbau neuer Produktionsstandorte und ganzer Wertschöpfungsstrukturen in einzelnen Ländern oder Regionen. Eine hohe Abhängigkeit von globalen Lieferketten könnte sich zukünftig als nachteilig erweisen. Dies macht hohe strategische Investitionen erforderlich ebenso wie die laufende Transformation der Welt in Richtung „Zero Emissions“. Um den Klimaschutz im Industriesektor voranzubringen, sind erhebliche Investitionen in neue Produktionsprozesse und -technologien notwendig. Schließlich beschleunigt der Boom der künstlichen Intelligenz den Digitalisierungsprozess und stößt entsprechende Investitionen in moderne Maschinen und smarte Technologien an.

Diese fundamentalen Treiber prägen bereits zunehmend die Investitionstätigkeit. Vor diesem Hintergrund dürfte sich das Klima für den Maschinen- und Anlagenbau bereits 2026 tendenziell verbessern, auch wenn die Konjunkturdynamik gering und das geopolitische Risiko hoch bleiben. Ein günstigeres Finanzierungsumfeld wirkt dabei in der Regel unterstützend. Der Branchenverband VDMA prognostiziert für 2026 einen realen Zuwachs des Weltmaschinenumsatzes um 2 %. Für China (+4 %) und Indien (+5 %) wird dabei mit hohem Wachstum

gerechnet, wenngleich die Dynamik in beiden Märkten etwas nachlässt. In Südkorea (+2 %) und Japan (+1 %) entwickeln sich die Märkte moderat, während sich in Taiwan eine Stagnation abzeichnet. Für Brasilien (-4 %) und die Türkei (-2 %) wird ebenfalls mit Umsatzrückgängen gerechnet. Die USA erreichen trotz der politischen Priorisierung inländischer Investitionen lediglich ein Wachstum von 1 %. Die Entwicklung in Kanada und Mexiko (jeweils -1 %) bleibt rückläufig. Für Europa zeichnet sich überwiegend ein Seitwärtstrend ab. Während die Branche in der Schweiz leicht schrumpft (-1 %), wird der reale Umsatz in Großbritannien und dem Euroraum stagnieren. Dabei stehen Rückgängen in Frankreich (-2 %) und den Niederlanden (-4 %) Zuwächse in Belgien sowie in Teilen Osteuropas und Skandinaviens gegenüber. In Italien und Spanien wird für 2026 ein Nullwachstum erwartet. Für Deutschland rechnet der VDMA hingegen mit einer Trendwende. Die Branche könnte ihre Produktion 2026 real um 1 % steigern.

       

Maschinenbau: reale Veränderung des Branchenumsatzes

 

2024

2025

2026e

-6,0

-3,0

0,0

-3,0

-3,0

1,0

2,0

5,0

4,0

-2,0

0,0

2,0

 

Automobilindustrie

Der maßgeblich durch die US-Zollpolitik verschärfte Protektionismus stellt für den Weltautomobilmarkt auch 2026 eine substanzielle Belastung dar, zumal die Gefahr einer weiteren Eskalation hoch bleibt. Die Branchenexperten von S&P Global Mobility (S&P GM) sehen zudem Risiken für die Verfügbarkeit von Mikrochips und Batterierohstoffen. Versorgungsengpässe im Jahr 2026 sind daher nicht auszuschließen. Zudem wirken sich die Lockerungen der Vorgaben zum Verbrennerausstieg auf die Kundennachfrage und die Produktionsplanung der Hersteller aus, während die höhere Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Hersteller – insbesondere bei Elektrofahrzeugen – die globale Marktbalance weiter verschiebt. Für 2026 erwartet S&P GM einen weltweiten Absatz von 91,8 Mio. LV (Light Vehicles bis 6 t), was einer weitgehenden Stagnation (+0,1 %) entspricht. Rückgängen in China und den USA steht ein leicht belebter Absatz in Europa gegenüber. In einem Umfeld ohne ausgeprägte Dynamik, zugleich aber mit hohen Risiken und Belastungen, dürfte die Automobilindustrie ihre Produktion insgesamt nicht ausweiten. Entsprechend prognostiziert S&P GM für 2026 eine globale Fahrzeugproduktion von nur 92,6 Mio. LV (-0,4 %). Dabei verschieben sich die regionalen Schwerpunkte. So soll die Automobilproduktion in Südamerika und im südlichen Asien kräftig zulegen – allein Indien soll den Output um 7,8 % steigern. Dagegen zeichnen sich für Nordamerika (-2,2 %), Japan/Südkorea (-1,3 %), aber auch für China (-1,4 %) und Westeuropa (-1,6 %) Produktionsrückgänge ab. Für die Produktion in Deutschland rechnet der Branchenverband VDA im Jahr 2026 infolge leicht rückläufiger Exporte mit einem Produktionsrückgang von 1 % auf 4,11 Mio. Pkw. Auch im weltweiten Nutzfahrzeugmarkt (Nfz, Lkw und Busse) bleiben die Perspektiven zunächst verhalten. S&P GM geht für 2026 von einer auf 3,4 Mio. Nfz stagnierenden Produktion aus, sieht jedoch für das Jahr 2027 die Möglichkeit eines deutlicheren Aufschwungs.

Unabhängig von den kurzfristigen Belastungen für die Automobilkonjunktur bleibt der strukturelle Trend ungebrochen. Die Elektromobilität in Form sogenannter New Energy Vehicles (NEV) setzt sich weiter durch. Auf dem Weg zu einem emissionsfreien Automobilsektor haben sich batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) und Plug-in-Hybride (PHEV) im Markt etabliert und gewinnen Marktanteile zulasten reiner mit Benzin und Diesel angetriebener Verbrennungsmotoren. Vor

allem China treibt den Technologieumbruch auf dem Weltmarkt mit einer Vielzahl von Herstellern und neuen Modellen im unteren Preissegment voran. Demgegenüber haben die USA und zuletzt die EU ihre Vorgaben zum Ausstieg aus dem Verbrennerantrieb aufgeweicht. Kurzfristig könnte zudem der mit dem KI-Boom einhergehende enorme Bedarf an Mikrochips zu neuen Versorgungsengpässen in der Autoindustrie führen; auch die Verfügbarkeit an seltenen Erden bleibt geopolitisch unsicher. Dennoch zeichnet die Prognose von S&P GM auch für den Zeitraum von 2026 bis 2030 ein stetes kraftvolles Wachstum des NEV-Segments. Allerdings wurde das zu erwartende Tempo der Marktdurchdringung gegenüber der letztjährigen Prognose reduziert. Konkret wird nun erwartet, dass die globale Produktion der BEV 2026 um knapp 20 % und die der PHEV um 11 % wächst. Der kombinierte weltweite NEV-Marktanteil soll damit auf 26,7 % (2025: 22,7 %) steigen. Bis 2030 dürfte der Anteil auf 38,7 % anwachsen (vorherige Prognose: 45,8 %). Dieses neue Szenario untermauert zweierlei: Das NEV-Segment wächst stark, dennoch werden klassische Verbrenner auf absehbare Zeit noch hohe Bedeutung im Weltmarkt behalten.

       

Automobilindustrie: globale Entwicklung der Produktion

 

2025

2026e

2027e

3,7

-0,4

1,6

6,7

7,5

8,3

16,0

19,2

21,8

-0,8

0,3

9,1

 

Bauindustrie

In vielen Regionen stellt die Bauwirtschaft eine wesentliche Säule der Konjunktur dar. Insbesondere in den Schwellenländern liefert die Industrie wichtige Wachstumsimpulse. In Asien wird die Bauwirtschaft vom dynamischen Wachstum der Bevölkerung, von der fortschreitenden Urbanisierung sowie umfangreichen öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur getrieben. Infolge des Klimawandels gewinnen Projekte zur Eindämmung von Folgeschäden immer mehr an Bedeutung. So investiert beispielsweise Indonesien im Rahmen eines Generationenprojekts in den Bau einer neuen Hauptstadt, da Jakarta und die Insel Java vom Anstieg des Meeresspiegels gefährdet sind. Auch auf den Philippinen ist die Bauindustrie ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Der Bausektor soll Marktprognosen zufolge bis 2033 jährlich um durchschnittlich 5 % wachsen. Die Regierung plant unter anderem den Ausbau von Industriezonen, künftig verstärkt mit einem Fokus auf Rechenzentren. Weitgehend zyklusunabhängig wächst auch Indiens Bauwirtschaft ausgesprochen dynamisch, zuletzt mit jährlichen Raten von 6 bis 7 %. Dagegen dürfte der Bausektor in China wohl auch 2026 im Abschwung bleiben. Frühindikatoren deuten bislang nicht in Richtung einer Trendwende im Hochbau. Die Immobilienkrise bremst weiterhin den Privatkonsum und die Bauinvestitionen. So sind die Neubaubeginne bei Wohn- und Wirtschaftsgebäuden zuletzt weiter massiv eingebrochen, sodass das Volumen an fertiggestellten Gebäuden 2026 ebenfalls gering ausfallen dürfte.

Insgesamt dürfte die Bauwirtschaft in den USA im Jahresverlauf 2026 von den Zinssenkungen profitieren, wobei typischerweise insbesondere der private Wohnungsbau zinssensitiv ist. Laut jüngsten Analysen von FMI, einem auf Nordamerika spezialisierten Bauforschungsinstitut, fallen die Schätzungen für 2026 je nach Segment sehr unterschiedlich aus, und der konjunkturelle Rückenwind bleibt verhalten. Für 2026 prognostizieren die Analysten nur einen geringen nominalen Anstieg der US-Bauausgaben (+1 %). Dabei dürften die Bauaktivitäten im Bereich Mehrfamilienhäuser (-2 %) sowie bei gewerblichen (-4 %) und industriellen Hochbauten (-3 %) nochmals rückläufig ausfallen. Demgegenüber wird mit einer leichten Erholung bei Einfamilienhäusern (+1 %) gerechnet.

Außerdem sollte sich der Bau von Bürogebäuden kräftig erholen (+7 %) und der Boom bei Rechenzentren anhalten (+23 %). Auch die Perspektiven für den Tiefbau bleiben günstig (+4 %), da sich im Bereich der Versorgungsinfrastruktur weiteres Wachstum abzeichnet. In Kanada sind die Aussichten für 2026 sehr positiv. Die Bauwirtschaft befindet sich dort mit Zuwächsen in allen Segmenten in einem breit angelegten und weiter beschleunigten Aufschwung (+4 %).

       

Bauindustrie: Entwicklung der europäischen Bauproduktion

 

2025

2026e

2027e

0,1

2,3

2,2

2,4

3,2

3,3

0,3

2,4

2,2

Europas Bauindustrie dürfte 2026 nach mehrjähriger Flaute erstmals wieder wachsen. Laut dem Netzwerk Euroconstruct wirken sich das verbesserte finanzielle Umfeld, langfristige Infrastrukturprogramme und der hohe, aufgestaute Renovierungsbedarf positiv aus. Der Tiefbau wird weiterhin die wichtigsten Impulse setzen, während im Wohnungsbau erst ab 2027 eine spürbare Erholung erwartet wird. Per saldo wird für 2026 mit einer Steigerung der realen Bauleistung in Europa um 2,4 % gerechnet. Regional fällt das Wachstum breit, jedoch unterschiedlich stark aus. In Spanien und Portugal setzt sich der Aufschwung in der Bauwirtschaft weiter fort. Zudem zeichnet sich in Italien und Frankreich eine Rückkehr auf den Wachstumspfad ab, auch Großbritanniens Bausektor soll an Dynamik gewinnen. In Deutschland dürfte die Bauleistung 2026 real um 0,5 % und 2027 um 1,8 % steigen. Der Tiefbau wird dabei schrittweise von den Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) profitieren. Während sich die Bauinvestitionen der Unternehmen sukzessive beleben dürften, bleibt der Wohnungsbau zunächst hinter dieser Entwicklung zurück. Für 2026 wird mit der Fertigstellung von nur 215.000 Wohneinheiten gerechnet, was rund 20.000 Einheiten weniger als im Jahr 2025 entspricht. Die Deutsche Bundesbank erwartet jedoch, dass steigende Reallöhne sowie staatliche Maßnahmen – darunter der sogenannte Bau-Turbo und die Förderung nach dem Effizienzhausstandard EH 55 – im weiteren Verlauf allmählich zusätzliche Impulse für den Wohnungsbau setzen werden.

 

Rechtliche und regulatorische Einflussfaktoren

Im Rahmen der internationalen Ausrichtung des Geschäfts und vor dem Hintergrund ihrer Akquisitionsstrategie ist die NORMA Group zur Einhaltung verschiedener rechtlicher und steuerlicher Regelungen verpflichtet. Dabei spielen Produktsicherheits- und Produkthaftungsgesetze, bau-, umwelt- und beschäftigungsrechtliche Auflagen sowie das Außenhandels- und Patentrecht eine Rolle. RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Die Produktstrategie der NORMA Group wird durch die wachsende Regulierungsdichte im Umweltrecht in wesentlichen Industrien beeinflusst. Dabei sieht die NORMA Group vielfältige Chancen, um einerseits von gegenwärtigen globalen Megatrends und andererseits den regulatorischen Entwicklungen profitieren zu können. Hierzu zählt unter anderem der Bereich des Klimaschutzes bzw. der Dekarbonisierung. Damit zusammenhängend sind Entwicklungen im Bereich der Energiewende und das Anwendungsfeld der alternativen Energiegewinnung und -speicherung zu betrachten. Letztere werden seit 2024 unter anderem verstärkt in der strategischen Geschäftseinheit Industry Applications adressiert. Neben der Anwendung neuer, kundenindividueller Ansätze schöpft der Bereich dabei auch aus der über Jahre bestehenden Ingenieurentwicklungserfahrung aus dem direkten OEM-Geschäft von Mobility & New Energy. Im Sinne der Synergien konzentriert sich der Konzern hier insbesondere

darauf, für relevante Marktsegmente adaptierte Produktanwendungen, basierend auf den im Markt bereits etablierten Produkten, aber auch Ansatzpunkte für das Direktgeschäft zu identifizieren.

Daneben ist auch der Strukturwandel in der Automobilindustrie, durch emissionsärmere Antriebstechnologie, die in den Fokus rücken, unverändert ein wichtiger Treiber für den Absatz der NORMA Group – und im Besonderen bei Mobility & New Energy. Dabei begünstigen sowohl neue Emissionsvorschriften und Flottenregelungen das Geschäft der NORMA Group als auch der starke Trend in Richtung alternativer Antriebsmodelle. So stellt vor allem die zunehmende Elektrifizierung der Automobilindustrie die Erstausrüster (OEM) vor neue Herausforderungen. Dies eröffnet neue Chancen und Geschäftsfelder für die NORMA Group, insbesondere im Bereich des Thermomanagements FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG. Mit steigender Komplexität der Fahrzeugsysteme – beispielsweise durch Downsizing oder in Hybridfahrzeugen – erhöht sich auch die Anzahl von Schnittstellen und damit die Nachfrage nach zuverlässiger Verbindungstechnologie.

Legende

Diese Inhalte sind Teil des nichtfinanziellen Konzernberichts und unterlagen einer gesonderten Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“).