Konjunkturelle Einflussfaktoren

Die NORMA Group ist in vielen verschiedenen Branchen und Regionen tätig. Saisonale und konjunkturelle Schwankungen in einzelnen Ländern oder Industrien können sich daher auf die Kundennachfrage und die Auftragslage der NORMA Group auswirken. Gleichzeitig ist die NORMA Group dank ihres diversifizierten Produktportfolios und der breiten Kundenbasis weniger anfällig für vorübergehende Nachfragerückgänge in einzelnen Branchen oder Ländern.

Weltwirtschaft 2025: viel Gegenwind und nur verhaltene Dynamik

Das Jahr 2025 war maßgeblich von Donald Trumps Rückkehr in das US-Präsidentenamt und seinem markanten Politikstil geprägt. Auch die Kriege in der Ukraine und in Gaza beeinflussten weiterhin die wirtschaftliche Entwicklung. Insgesamt befand sich die Welt in einem beschleunigten Umbruch, der die bestehende wirtschaftliche Grundordnung und die geopolitische Stabilität belastete. Ein hohes Maß an Unsicherheiten hemmte eine nachhaltige Belebung der Weltwirtschaft. Vor allem die restriktive und erratische US-Zollpolitik wirkte sich negativ aus. Die unberechenbare Linie der US-Regierung führte zu Vertrauensverlusten, wodurch der US-Dollar unter anderem gegenüber dem Euro deutlich an Wert verlor. Die Finanzmärkte dagegen zeigten sich widerstandsfähig. Die Energiekosten gingen zurück und der Inflationsdruck ließ spürbar nach. Wichtige Notenbanken setzten ihre expansive Geldpolitik fort und senkten die Zinsen. Die künstliche Intelligenz (KI) entwickelte sich 2025 vor allem in den USA und Südostasien zu einem Treiber von Investitionen und der Industrieproduktion. In diesem Umfeld wuchs die Weltwirtschaft 2025 nach Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 3,3 % und damit erneut nur verhalten. Ausschlaggebend war vor allem die gedämpfte Entwicklung der Industrieländer (+1,7 %), während die Schwellen- und Entwicklungsländer mit +4,4 % dynamisch wuchsen.

Asien fungierte 2025 als der Motor der Weltwirtschaft, auch wenn sich das Expansionstempo in China im Jahresverlauf verlangsamte. Nichtsdestotrotz blieb Chinas Außenhandel lebhaft, da geringere Exporte in die USA durch Ausfuhren in andere Regionen – insbesondere nach Europa und Südostasien – kompensiert werden konnten. Dabei kamen Preisvorteile und die technologisch verbesserte Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Industrie zum Tragen, deren Produktionsvolumen erneut stark wuchs. Die Investitionstätigkeit hingegen ging zurück, da China in vielen Bereichen Überkapazitäten aufgebaut hatte. Zusätzlich belasteten die anhaltende Immobilienkrise sowie die hohe Verschuldung zahlreicher Lokalregierungen die wirtschaftliche Entwicklung. Die dynamischen Volkswirtschaften Südostasiens, vornehmlich ASEAN-5 (+4,2 %) und Vietnam (+7,2 %), profitierten

unverändert von niedrigeren Zinsen und dem weltweiten Schub der KI-Technologie. Auch Indiens Wirtschaft verzeichnete dank geld- und fiskalpolitischer Impulse sowie hoher Investitionen in die Infrastruktur erneut kräftiges Wirtschaftswachstum (+7,3 %).

Die US-Wirtschaft wuchs 2025 infolge der Verwerfungen durch das neue Zollregime mit 2,1 % langsamer als im Jahr zuvor. Impulse gingen primär von der Binnenkonjunktur, die von robustem Privatkonsum und lebhaften Ausrüstungsinvestitionen getragen wurde. Dabei wurde die Investitionstätigkeit auch vom KI-Boom getrieben. Darüber hinaus veranlasste die restriktive Handelspolitik die Unternehmen dazu, in den USA zu investieren. Die Auswirkungen der Zollanhebungen auf die Inflationsrate blieben zunächst begrenzt. Vor dem Hintergrund der im Jahresverlauf nachlassenden Konjunkturdynamik und der Eintrübung am Arbeitsmarkt senkte die US-Notenbank ihre Leitzinsen ab Herbst dreimal. Die Industrieproduktion schwächte sich unterjährig zwar ab, lag im Durchschnitt mit +1,3 % im Jahr 2025 aber noch leicht über dem Vorjahresniveau. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung 2025 blieb mit 76,1 % stabil. Andere bedeutende Industrieländer wie Japan (+1,1 %), Südkorea (+1,0 %) und Kanada (+1,6 %) sind 2025 nur moderat gewachsen.

BIP-Wachstumsraten (real) in %

2025

2024

2023

3,3

3,3

3,5

5,0

5,0

5,2

2,1

2,8

2,9

1,5

0,9

0,4

0,2

-0,5

-0,9

Europas Wirtschaft 2025: dank robuster Binnennachfrage mit moderatem Wachstum

Europas Exporte litten 2025 unter der verhaltenen Weltkonjunktur sowie im Handel mit den USA unter dem Zollkonflikt und der Aufwertung des Euro. Außerdem machte sich die höhere Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Industrie bemerkbar – auch auf dem europäischen Binnenmarkt. Im Herbst wurde ein Zollabkommen geschlossen, das für den Großteil der EU-Exporte in die USA Zölle von 15 % vorsah. Auf Lieferungen von Stahl, Aluminium und Kupfer in die USA wurden Strafzölle in Höhe von 50 % festgeschrieben. Im Euroraum zeigte sich die Industriekonjunktur zweigeteilt. Während die Produktion von Verbrauchsgütern zulegte, blieb die Dynamik bei Vorleistungs- und Investitionsgütern bis zum Spätherbst schwach. Die Auslastung der Industriekapazitäten erholte sich leicht von ihrem Tiefpunkt und lag im Schlussquartal bei 78,2 % (Ende 2024: 77,2 %). Die Inflation kühlte weiter ab, sodass die Notenbanken im Euroraum, in Großbritannien und der Schweiz 2025 ihre Geldpolitik nochmals lockerten. Damit wurde die Binnennachfrage gestützt; insbesondere die Anlageinvestitionen gewannen an Dynamik. Laut dem Statistikamt Eurostat wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum 2025 um 1,5 % und damit weiterhin nur sehr verhalten. Überdurchschnittlich kräftig war die Expansion in Irland, Spanien, Dänemark und Teilen Osteuropas. Schweden, Portugal und die Niederlande wuchsen leicht überdurchschnittlich im Vergleich zum Euroraum, während in Frankreich, Italien und Österreich die Entwicklung schwach ausfiel. Außerhalb der Währungsunion büßte die Schweiz an Dynamik ein, während Großbritannien robust wuchs.

Deutschlands Wirtschaft 2025: weiter im Strukturwandel und nahe der Stagnation

Nach Einschätzung des ifo Instituts befindet sich Deutschland in einem tiefgreifenden Strukturwandel, der von Dekarbonisierung, Digitalisierung, demografischen Veränderungen sowie geopolitischen Umbrüchen geprägt ist. Standortnachteile und der Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit wichtiger Schlüsselindustrien lasten zunehmend auf der Wirtschaftsentwicklung. 2025 waren die Herausforderungen besonders ausgeprägt. Denn mit den USA und China gerieten gleich zwei der bedeutendsten Exportmärkte unter Druck und parallel dazu nahmen die Warenströme nach Europa zu. Die Industrieproduktion blieb 2025 entsprechend schwach. Ungeachtet dessen konnte die Kapazitätsauslastung auf niedrigem Niveau verbessert werden. Im Schlussquartal lag sie bei 77,7 % nach 76,1 % ein Jahr zuvor. Die Bauwirtschaft stand vor allem im Wohnungsbau weiterhin unter Druck. Impulse kamen jedoch aus den Baudienstleistungen. Auf der Nachfrageseite wurde die wirtschaftliche Entwicklung 2025 vor allem durch den privaten Konsum und einen gestiegenen Staatsverbrauch getragen. Dabei wirkten sich insbesondere die gestiegenen sozialen Sachleistungen unterstützend aus. Trotz des verbesserten Zinsumfelds und eines grundsätzlich hohen Investitionsbedarfs ging dagegen die Nachfrage nach zukunftsweisenden Investitionen in Ausrüstungen, Anlagen und Bauten weiter zurück. Nach ersten Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) ist die deutsche Wirtschaft damit 2025 lediglich um 0,2 % gewachsen. Damit konnte die zweijährige Rezession zwar überwunden werden, doch hat die deutsche Wirtschaft seit dem Konjunktureinbruch während der Coronapandemie – abgesehen von Nachholeffekten – nicht mehr auf einen strukturellen Wachstumspfad zurückgefunden.

Wechselkursschwankungen

Aufgrund der internationalen Tätigkeit haben Wechselkursschwankungen Auswirkungen auf das Geschäft der NORMA Group. RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Im Geschäftsjahr 2025 generierte die NORMA Group rund 26 % des Umsatzes in US-Dollar. Die Entwicklung des US-Dollars gegenüber dem Euro hat im Geschäftsjahr 2025 zu einem negativen Umsatzeffekt geführt. Zudem ergaben sich unter anderem weitere negative Effekte aus dem chinesischen Renminbi Yuan und der indischen Rupie.

Branchenspezifische Einflussfaktoren

Die im Folgenden dargelegten branchenspezifischen Einflussfaktoren berücksichtigen einen großen Teil der von der NORMA Group bearbeiteten Industriesegmente und regionalen Absatzmärkte.

Maschinenbau 2025: China im Boom, aber Deutschland weiterhin im Abschwung

Trotz der anhaltenden Unsicherheiten durch die geopolitischen Risiken und die geringe Wachstumsdynamik in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften hat sich die Industriekonjunktur 2025 nach zwei schwachen Jahren leicht aufgehellt. In den ersten elf Monaten stieg die globale Industrieproduktion (ohne Bau) um 3,0 %. Dabei drehte die Fertigung in den Industrieländern wieder leicht ins Plus, China setzte seine starke Expansion fort. Eine durchgreifende Konjunkturbelebung im weltweiten Maschinenbau blieb 2025 jedoch aus. Bei insgesamt rückläufigen Gesamtinvestitionen verzeichneten im Wesentlichen nur der Automobilsektor und der Maschinenbau Zuwächse. In den USA wurden die lebhaften Investitionen unter anderem vom KI-Boom getrieben. Zudem dürften dabei strategische Standortgründe zur Anpassung an das restriktive Handelsumfeld eine Rolle gespielt haben. In Summe wuchs der Maschinenumsatz laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) weltweit real um 1 % und damit nur verhalten (2024: -2 %). Neben China verzeichneten vor allem Indien (+7 %), Brasilien (+4 %) und Taiwan (+4 %) einen Aufschwung. Demgegenüber stagnierte der US-Markt. In den Nachbarländern Mexiko (-1 %) und Kanada (-2 %), aber auch in Japan (-1 %), Südkorea (-2 %) und der Türkei (-6 %) sanken die Umsätze mit Maschinen und Anlagen.

Auch in Europa blieb die Maschinennachfrage 2025 mit wenigen Ausnahmen schwach, obwohl mit dem EU-Aufbaufonds Mittel für Investitionen zur Verfügung standen. So ist nach Daten des VDMA der Maschinenumsatz im Euroraum real nochmals geschrumpft (-3 %). In der Schweiz setzte sich der Abschwung (-5 %) ebenfalls fort, während sich Großbritanniens Maschinenbau mit einem realen Umsatzzuwachs von 3 % vom schwachen Vorjahr erholte. Innerhalb der EU zeigte sich ein heterogenes Bild: So wurden in den Niederlanden (+4 %), Belgien (+1 %) sowie in Polen, Bulgarien und Tschechien Umsatzsteigerungen generiert. Dagegen gingen die Erlöse in Frankreich (-4 %), Italien (-1 %) und Spanien (-1 %) zurück. Der stark exportabhängige deutsche Maschinenbau blieb 2025 im Abschwung. Nach vorläufigen Schätzungen des VDMA schrumpfte die Produktion 2025 nochmals deutlich um real 5 % (2024: real -6,9 %).

Maschinenbau: reale Veränderung des Branchenumsatzes

2025

2024

2023

-5,0

-6,9

-0,6

-3,0

-6,0

-1,0

0,0

-3,0

-3,0

5,0

2,0

2,0

1,0

-2,0

0,0

Weltautomobilmarkt 2025: trotz Zollturbulenzen erholt, E-Fahrzeuge und Chinas Hersteller im Boom

Der Weltautomobilmarkt hat sich trotz des technologischen Umbruchs und der durch die US-Zölle nochmals restriktiveren Handelspolitik weiter erholt. Dabei setzten sich Elektrofahrzeuge weiter durch. Nach Daten von S&P Global Mobility (S&P GM) liefen 2025 weltweit 21,0 Mio. NEV (New Energy Vehicles) vom Band. Dies entspricht einem Anstieg der absoluten NEV-Produktion um 23,5 %. Der kombinierte Weltmarktanteil von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) und Plug-in-Hybriden (PHEV) erreichte 2025 mit 22,7 % einen neuen Höchststand (2024: 18,8 %). Dabei dominierten die chinesischen NEV-Hersteller das Marktsegment mit großem Abstand. Sie produzierten gut zwei Drittel aller BEV (2025: 69 %) und fast drei Viertel aller PHEV (2025: 73 %). Der gesamte Weltmarkt inklusive Light Vehicles (LV) mit Verbrennungsmotor wuchs ebenfalls robust. Nach Angaben von S&P GM stieg der Absatz 2025 leicht beschleunigt um 3,4 % auf 91,7 Mio. LV (2024: +2,3 %). Das Wachstum wurde getragen von starken Zuwächsen in Asien und einem moderaten Plus in Nordamerika. Angesichts dieser Entwicklungen zog auch die weltweite Fahrzeugproduktion wieder an. Bei einem Gesamtoutput von 92,9 Mio. LV wurden weltweit 3,7 % mehr Fahrzeuge hergestellt als im Vorjahr. Die Entwicklung an den etablierten Standorten fiel uneinheitlich aus. Während Europa (-1,2 %) und Nordamerika (-1,0 %) ihre Produktion senken mussten, generierten die Hersteller in Japan und Südkorea einen leichten Zuwachs (+0,7 %). Kräftig gewachsen sind allerdings China (+10,4 %) und Indien (+7,2 %). Auch in Brasilien setzte sich der Wachstumstrend mit Light Vehicles weiter fort (+3,3 %). Der Markt für Nutzfahrzeuge (Nfz, Lkw und Busse) war 2025 konjunkturbedingt rückläufig. Die globale Produktion sank um 0,8 % auf 3,4 Mio. Nfz .

Europas Automobilmarkt stand 2025 unter dem Eindruck vielfältiger Herausforderungen. Dazu zählten die US-Zollpolitik, bestehende Unsicherheiten rund um den Verbrennerausstieg und die Förderung von Elektrofahrzeugen, neue Lieferrisiken bei Mikrochips (Nexperia) und nicht zuletzt der Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller. Nichtsdestotrotz erholte sich die Nachfrage leicht. Laut Global Data (GD) wurden allein in Westeuropa knapp 11,8 Mio. Autos verkauft (+1,7 %). Der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA)

beziffert den gesamteuropäischen Absatz (EU + EFTA + UK) im Jahr 2025 auf 13,3 Mio. Pkw (+2,4 %). Unter den großen Einzelmärkten stach Spanien mit einem deutlichen Zuwachs (+12,9 %) heraus. In Großbritannien wuchs der Absatz robust. Im Gegensatz dazu verzeichneten Frankreich (-5,0 %) und Italien (-2,1 %) Einbußen. Deutschlands Marktwachstum fiel mit +1,4 % gering aus. Der Absatz von Fahrzeugen ausschließlich mit Verbrennungsmotoren schrumpfte 2025 deutlich (Benziner: -18,9 %, Diesel: -24,0 %). Ihr Anteil an den Neuzulassungen machte insgesamt nur noch 33,9 % (2024: 43,4 %) aus. Im Gegenzug wurde der Absatz von BEV (+29,7 %) und Hybriden (PHEV, milde Hybride: +16,4 %) kräftig gesteigert. Trotz der Marktbelebung reduzierten die Hersteller ihre Produktion in Westeuropa 2025 laut S&P GM um 1,3 %, vor allem in Großbritannien (-16 %) und Spanien (-4 %). Andererseits wurden in Frankreich (+6 %) mehr Fahrzeuge produziert. Laut Branchenverband VDA konnte die Inlandsproduktion in Deutschland 2025 um 2 % auf 4,15 Mio. Pkw gesteigert werden.

Automobilindustrie: globale Produktions- und Absatzentwicklung

2025

2024

2023

3,7

-1,0

10,6

6,7

6,0

4,2

16,0

12,8

11,7

-0,8

-5,8

11,61

Bauwirtschaft 2025: Wohnungsbausegment in vielen Regionen noch unter Druck

Die weltweite Baukonjunktur unterliegt regional sehr unterschiedlichen Treibern: Asiens Bauwirtschaft wird strukturell vom starken Bevölkerungswachstum und von der fortschreitenden Urbanisierung getrieben. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Wohnraum, Wirtschaftsgebäuden und Infrastruktur. Temporär wirkende Faktoren können diesen Trend jedoch überlagern. So schwächte sich in Indonesien die Dynamik des Bausektors 2025 durch ein Überangebot an Büro- und Hotelimmobilien ab. Dagegen blieb die Baukonjunktur unter anderem auf den Philippinen und in Vietnam lebhaft. In China belastete die anhaltende Immobilienkrise den Bausektor weiterhin. Trotz gesunkener Zinsen ging der Gebäudebau nominal um 17,2 % zurück. Neben dem schwachen Wohnungsbau sanken auch die Bauaktivitäten bei Wirtschaftsgebäuden weiter. Investitionen in industrielle Produktionsanlagen und Infrastruktur wurden jedoch zum Teil entgegen dem allgemeinen Trend ausgeweitet.

Die US-Bauwirtschaft geriet 2025 ins Stocken. Nach Daten von FMI, einem auf Nordamerika spezialisierten Bauforschungsinstitut, sanken die Bauausgaben nominal um 1 % (2024: +6 %). Besonders schwach entwickelte sich der Wohnungsbau. Der Neubau von Einfamilienhäusern ging um 5 % zurück, und der Bau von Mehrfamilienhäusern schrumpfte deutlich um 9 %. Dieser breit angelegte Abschwung im Wohnungsneubau konnte durch leicht höhere Investitionen in Um-/Ausbau sowie Ersatzbauten (ohne Reparaturen und Modernisierung) kaum kompensiert werden. Im sonstigen Hochbau zeigte sich eine uneinheitliche Entwicklung. Zum einen wurden die Bauausgaben für Produktions- und Gewerbebauten deutlich gekürzt. Dies war laut FMI auf Zollunsicherheiten, eine geringere Anzahl an Großprojekten, ein Überangebot an Lagerflächen und Ladenschließungen in Rekordhöhe zurückzuführen. Auch der Bau von Büroimmobilien wurde durch hohe bestehende Leerstände belastet. Dagegen führte der KI-Boom zu deutlich höheren Bauinvestitionen im Bereich der Rechenzentren (+35 %). Kanadas Baubranche blieb 2025 laut FMI mit einem Anstieg der nominalen Bauausgaben um 6 % im Aufschwung.

Europas Bausektor stabilisierte sich 2025 dank niedriger Zinsen und überwand die Branchenrezession. Allerdings verhinderten hohe Baukosten, verhaltene private Investitionstätigkeit und anhaltende Unsicherheiten eine kräftigere Belebung. Nach vorläufigen Schätzungen des Branchennetzwerks Euroconstruct (u. a. ifo Institut) erreichte die reale Bauproduktion in den 19 europäischen Kernmärkten 2025 nur ein Wachstum von 0,3 %. Der Wohnungsbau wirkte bremsend, während der sonstige Hochbau leicht zulegen konnte. Die stärksten Impulse gingen vom Tiefbau aus. Auf Länderebene zeigte sich 2025 eine uneinheitliche Entwicklung: Irland stach getrieben von hohen öffentlichen Investitionen mit einem Zuwachs von 8,5 % heraus. Auf robustem Expansionskurs befanden sich auch Spanien, Portugal, Skandinavien und Osteuropa. Zudem belebte sich die Baukonjunktur in Großbritannien, der Schweiz und den Niederlanden. Im Kontrast dazu entwickelte sich die Bauproduktion in Belgien und Österreich leicht rückläufig, während sie in Italien und Spanien sogar deutlich an Volumen einbüßte.

Bauindustrie: Entwicklung der europäischen Bauproduktion

2025

2024

2023

0,1

-1,7

-0,7

2,4

-1,9

2,5

0,3

-1,7

-0,5

Auch in Deutschland blieb die Baukonjunktur 2025 weiterhin in einer Rezession. Die realen Bauinvestitionen gingen um 0,9 % (2024: -3,4 %) zurück. Die Investitionen von Unternehmensseite fielen insgesamt verhalten aus, und insbesondere der Wohnungsbau befand sich bereits im vierten aufeinanderfolgenden Jahr in einer angespannten Lage. Eine wesentliche Ursache hierfür sieht der Sachverständigenrat in den hohen Kosten für Neubauten. Nach einer längeren Phase mit Preiskorrekturen bei Bestandsimmobilien nahm deren Attraktivität im Vergleich zum Neubau zu. Infolge des verbesserten Finanzierungsumfelds und der höheren Nettokreditvergabe konzentrierte sich die gestiegene Nachfrage somit insbesondere auf dieses Segment. So litten zum Jahresende 2025 viele Wohnungsbauunternehmen weiterhin unter Auftragsmangel, Projektverschiebungen und einer hohen Stornierungsquote (ifo Institut). Der Wohnungsneubau fiel damit 2025 trotz des sehr hohen Bedarfs auf voraussichtlich nur noch 235.000 Wohneinheiten zurück (2024: 251.900 WE).

Legende

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