Die NORMA Group produziert und vertreibt mehr als 40.000 Produkte und unterhält weltweit 19 Produktionsstandorte. Darüber hinaus verfügt sie über ein Netzwerk aus zahlreichen Distributions-, Vertriebs- und Kompetenzzentren, über die eine Belieferung ihrer Kunden in den jeweiligen Regionen fristgerecht ermöglicht werden soll.
Produktion und Auslastung
Zwischen den weltweiten Standorten schwankt der Auslastungsgrad der Produktions- und Distributionsstätten der NORMA Group. In den Ländern, in denen sich das Geschäft der NORMA Group weiterhin im Aufbau befindet, kann die flächenbezogene Auslastung der Produktionswerke teilweise noch gesteigert werden. Durch vorausschauende Investitionsentscheidungen wird dort sichergestellt, dass hinreichend Fläche zur flexiblen Erweiterung der Produktion zur Verfügung steht. In den Industrieländern und Märkten, in denen die NORMA Group bereits eine langjährige Marktposition vorweist, sind die Produktionsflächen und -kapazitäten weitestgehend ausgelastet. Ziel der NORMA Group ist es dabei, die Produktionsverfahren durch Effizienzsteigerungen derart zu optimieren, dass zusätzliche Kapazitäten möglichst innerhalb der bestehenden Fläche geschaffen werden.
Die Auslastung der Produktionsanlagen kann entsprechend der Kundennachfrage und Auftragssituation variiert werden. Auf den vorhandenen Anlagen können innerhalb der einzelnen Produktkategorien durch geringe Umrüstungsmaßnahmen zahlreiche Produkte mit verschiedenen Spezifikationen hergestellt werden. Dadurch kann die Produktion an die aktuelle Marktnachfrage ausgerichtet werden.
Die Optimierung der globalen Standortkapazitäten bildet dabei einen zentralen Baustein der im Jahr 2025 initiierten Transformation.
Vor diesem Hintergrund hat die NORMA Group ihre Produktionslandschaft Im Jahr 2025 weiter angepasst und hierzu Maßnahmen in der Region Asien-Pazifik umgesetzt. In Süd-Jiangsu, China, wurden zwei zuvor in unmittelbarer Nähe betriebene Werke konsolidiert. Ende September 2025 erfolgte die Schließung des Produktionsstandorts in Wuxi. Die Fertigungskapazitäten sowie der Großteil der Maschinen und das PDE‑Labor
wurden in die Werke Changzhou und Qingdao verlagert. In China ist zum Jahresende 2025 zudem die Verlagerung der Produktion vom Standort Guangzhou nach Changzhou finalisiert worden. Des Weiteren hat die NORMA Group Ende Oktober 2025 planmäßig ein Distributionszentrum in Adelaide in einen bestehenden Standort in Melbourne integriert.
In der Region Amerika verfolgt die NORMA Group das Ziel, die Metallproduktion in Juarez, Mexiko zu zentralisieren. Zu diesem Zweck wurde im Geschäftsjahr 2025 ein neuer Standort in Juarez angemietet, an dem Metallprodukte zukünftig effizienter und mit moderneren Anlagen gefertigt werden können. Bis Ende 2027 wird die Metallproduktion vom alten Standort in Juarez sowie vom Standort in Tijuana in das neue Wert in Juarez überführt.
Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen fokussiert sich die NORMA Group darauf, die Effizienz zu steigern und ihre Präsenz noch stärker an die Kundennachfrage anzupassen.
Neben diesen strukturellen Anpassungen prägten im Geschäftsjahr 2025 auch interne Prozessoptimierungen und externe Rahmenbedingungen die operative Entwicklung. Zum Jahresbeginn wurde das unternehmensweite standardisierte ERP-System bei NORMA Germany eingeführt. Dies führte vorübergehend zu einem erhöhten Aufwand, zu Sonderfrachtkosten für die eigene Versorgung und für die Belieferung von Kunden sowie zu generellen Einschränkungen bei der termingerechten Auslieferung. Ursache waren temporäre, technisch bedingte Verzögerungen in der logistischen Abwicklung.
Darüber hinaus beeinflussten geopolitische Entwicklungen die Lieferketten: Während der Ukraine-Krieg unverändert dazu führte, dass Lieferungen nach Russland und Weißrussland nicht erfolgten, hatten der fortdauernde Krieg im Gazastreifen und im Libanon und die Auseinandersetzungen im Roten Meer im Geschäftsjahr 2025 keine relevanten Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit. Die Auswirkungen dieser Konflikte auf die Lieferketten werden kontinuierlich beobachtet, unterstützt durch digitale Risikowarnsysteme. Daneben wirkt eine ausgedehnte Vorausplanung der betroffenen Containertransporte zwischen Europa und Asien längeren Transportzeiten entgegen.
Produktionskapazitäten im Geschäftsjahr 2025 optimiert, erweitert und weiter automatisiert
Die NORMA Group hat im Geschäftsjahr 2025 in diverse Bereiche ihrer Geschäftsaktivitäten investiert. Die nachfolgende Tabelle liefert einen detaillierteren Einblick zu den bedeutendsten Investitionen im Jahr 2025.
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Investitionsschwerpunkte 2025 |
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Region | Land | Stadt | Investition |
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EMEA | Serbien | Subotica | Weiterer Aufbau neuer, innovativer Fertigungskapazitäten im Bereich Montage und Thermofixierung von Leitungssystemen für einen führenden europäischen Automobilhersteller |
Großbritannien | Newbury | Ausbau und Automatisierung von Produktionslinien in der Schellenfertigung |
Tschechien | Hustopeče | Ausbau und Automatisierung in der Schellenfertigung |
Modernisierung der Infrastruktur |
Deutschland | Maintal | Modernisierung der Infrastruktur in der Schraubenfertigung |
Erweiterung und Modernisierung des Prüflabors |
Modernisierung der Pressenfertigung |
Polen | Pilica | Zusätzliche vollautomatische Produktionskapazitäten mit verbesserter Effizienz und Leistung für einen führenden Automobilkunden |
Vollautomatisierung der Produktion im Bereich der Steckverbinder |
Implementierung innovativer Montagekonzepte im Bereich Fluidsysteme |
Amerika | USA | St. Clair, Michigan | Modernisierung, Vollautomatisierung und Kapazitätserweiterungen für die neue innovative Steckergeneration für führende Automobilhersteller |
Automatisierung und Modernisierung in der Spritzgussfertigung von Steckerkomponenten |
Mexiko | Juarez | Optimierung bestehender Prozesse zur Steigerung von Effizienz und Qualität |
Tijuana | Prozessmodernisierung in der Schellenfertigung |
Asien-Pazifik | China | Changzhou | Konsolidierung, Erweiterung und Optimierung des Standortes im Bereich der Schellen- und Fluidsysteme |
Aufbau und Erweiterung kundenspezifischer Produktionskapazitäten im Bereich der Befestigungs- und Verbindungstechnologie |
Qingdao | Produktionsausbau im Bereich Lüftungssysteme für einen führenden Automobilkunden |
Kontinuierliche Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette
Alle internen Prozessschritte in der Wertschöpfungskette werden bei der NORMA Group kontinuierlich auf Optimierungspotenziale hin untersucht. Ein wesentliches Instrument dafür ist das Global-Operational-Excellence-Management-System. Angelehnt an dieses System werden bestehende Prozesse analysiert, Verbesserungspotenziale identifiziert, entsprechende Maßnahmen zu deren Umsetzung eingeleitet und Kostenoptimierungsprojekte realisiert. Durch die daraus in den vergangenen Jahren erfolgte Automatisierung und Standardisierung zahlreicher Prozesse konnten signifikante Skaleneffekte erzielt werden.
Seit 2014 arbeitet die NORMA Group in allen Produktionswerken weltweit nach dem NORMA-Group-Produktionssystem (NPS). Ziel des NPS ist es, die operative Performance, Sicherheit, Liefertreue und Qualität in den Werken zu verbessern, weitere Kosteneinsparpotenziale zu identifizieren und umzusetzen. Die NORMA Group bedient sich dabei aus einer „Toolbox“ von Lean-Methoden. Dazu gehören unter anderem die 5S-Methodik, der tägliche Gemba-Walk, die Rüstzeitoptimierung mittels SMED (Single Minute Exchange of Die) sowie TPM (Total Productive Maintenance). Im Rahmen der SCM-Transformation bei der NORMA Group werden diese und weitere
Werkzeuge, wie zum Beispiel Kanban, auch in der Logistik eingeführt. Des Weiteren sorgt ein standardisierter Problemlösungsprozess dafür, interne und externe Kundenreklamationen schneller und effektiver zu bearbeiten.
Kundennähe und Sicherheit der Lieferkette
Die NORMA Group setzt im Rahmen ihres Supply-Chain-Managements auf kurze und effiziente Wertschöpfungswege, um Kosten, Risiken und Abhängigkeiten zu reduzieren. Durch kundennah organisierte Produktionsstandorte können regionale Bedarfe schneller bedient und operative Risiken besser gesteuert werden. Anfang 2025 wirkten sich angekündigte Zölle und die hohe Nachfrage nach Containerkapazitäten belastend auf den Seetransport aus, was zu temporären Engpässen führte. Mit der Abkühlung der Weltwirtschaft nahm der Druck auf die Transportkapazitäten jedoch im weiteren Jahresverlauf ab. Für den Konzern bleibt es ein wesentliches Ziel, trotz möglicher Verzögerungen flexibel auf Veränderungen der Kundennachfrage reagieren zu können. Dies greift unter anderem auch das Mitte 2023 implementierte Programm „Step Up“ auf. Im Geschäftsjahr 2025 konnten mit zielgerichteten Maßnahmen beispielsweise Effizienzen im Supply Chain Management in allen Regionen erreicht werden. Diese positive Entwicklung versetzt die NORMA Group in die Lage, den Absatz ihrer Produkte auch in Zukunft besser zu unterstützen.
Obwohl der Anspruch besteht, möglichst kurze Wege in der Logistik zu nutzen, sind grenzüberschreitende Lieferungen für die NORMA Group vielfach unerlässlich, um sowohl dem Bedarf als auch den Anforderungen der Abnehmer jederzeit gerecht zu werden. Optimierte und sichere Zollprozesse sind daher unverzichtbar. Aus diesem Grund beteiligt sich die NORMA Group an diversen Zollhandelspartnerschaftsprogrammen, zum Beispiel in den USA und in der EU. Durch die Supply-Chain-Security-Programme, insbesondere Authorized Economic Operator (AEO) und Customs-Trade Partnership Against Terrorism (C-TPAT), die ein Bestandteil des weltweiten Compliance-Programms sind, strebt die NORMA Group die Sicherstellung einer gesetzeskonformen Lieferkette an. Mithilfe turnusmäßig stattfindender Überprüfungen aller Geschäftspartner schließt die NORMA Group die Belieferung rechtlich sanktionierter Dritter aus. Darüber hinaus wird durch interne Organisationsanweisungen, die regelmäßig kontrolliert werden, die Einhaltung der einschlägigen gesetzlichen Regelungen zur Exportkontrolle sichergestellt.
Legende
Diese Inhalte sind Teil des nichtfinanziellen Konzernberichts und unterlagen einer gesonderten Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“).