Externe Einflussfaktoren
Konjunkturelle Einflussfaktoren
Die NORMA Group ist in vielen verschiedenen Branchen und Regionen tätig. Saisonale und konjunkturelle Schwankungen in einzelnen Ländern oder Industrien können sich daher auf die Kundennachfrage und die Auftragslage der NORMA Group auswirken. Gleichzeitig ist die NORMA Group dank ihres diversifizierten Produktportfolios und der breiten Kundenbasis weniger anfällig für vorübergehende Nachfragerückgänge in einzelnen Branchen oder Ländern.
Weltwirtschaft 2024: weiterhin vielfältige Belastungen, trotz Zinswende nicht belebt
Die globale Wirtschaftsdynamik blieb 2024 moderat und dabei regional heterogen. Insbesondere zwischen den wichtigsten Wirtschaftsräumen USA, China und Europa war das Konjunkturgefälle groß. Dabei waren die Voraussetzungen für eine Konjunkturbelebung aufgrund niedrigerer Rohstoff- und Energiekosten, des abschmelzenden Inflationsdrucks und der im Jahresverlauf eingeleiteten Zinswende gut. Allerdings kamen die Zinsimpulse erst spät – vor allem in den USA – und besonders das geopolitische Umfeld löste große Unsicherheiten aus. So setzte Russland den Krieg in der Ukraine unter Einbeziehung Nordkoreas fort, und der Konflikt im Nahen Osten eskalierte. Bei den Europawahlen gewannen EU-Skeptiker an Bedeutung und in wichtigen Staaten (Frankreich, Deutschland) waren die Regierungen zunehmend geschwächt. Gegen Jahresende lösten die Ankündigungen Donald Trumps, der die US-Präsidentenwahl im November gewonnen hatte, weltweit neue Unsicherheiten aus. Zudem traten 2024 infolge des Klimawandels vermehrt Extremwetterereignisse auf. Trotz aller Belastungen blieben die Warenströme 2024 intakt. Das Kieler IfW und der Internationale Währungsfonds (IWF) beziffern das globale Wachstum für 2024 auf 3,2 %, wobei die Dynamik in den Industrieländern mit nur +1,7 % weiterhin verhalten war. Die Wirtschaftsleistung der Schwellen- und Entwicklungsländer ist demgegenüber um 4,2 % gestiegen.
In China blieb eine echte Konjunkturbelebung trotz expansiver Geld- und Fiskalpolitik aus. Die ungelöste Immobilienkrise dämpfte weiterhin den Konsum. Zudem belastete die hohe Schuldenlast diverser lokaler
Regierungen die Konjunktur. Anlageinvestitionen und die Industrieproduktion sind nur verhalten gewachsen. Allerdings hat China den Output in den Bereichen Mobilität (Autos, Bahnen, Flugzeuge), Hightech (Computer, Kommunikationstechnik) sowie regenerative Energie (Solar, Wind) deutlich gesteigert. Die anderen südostasiatischen Volkswirtschaften, vor allem die ASEAN-5-Länder (+4,5 %), sind dank des lebhafteren Welthandels etwas schneller gewachsen als zuletzt. Indien, das bevölkerungsreichste Land der Erde, holt wirtschaftlich auf und wächst strukturell sehr dynamisch. 2024 betrug das Plus 6,5 %. Wichtige Treiber sind dabei das Bevölkerungswachstum und die Urbanisierung.
In den USA befand sich die Wirtschaft 2024 in einem breiten, kraftvollen Aufschwung (+2,8 %) mit Impulsen durch den Privatkonsum und einem expansiven Staatsverbrauch. Zudem war die Investitionstätigkeit lebhaft, sowohl bei Ausrüstungen als auch im Bau. Mit Blick auf die dynamische Binnenkonjunktur hielt die Notenbank (Fed) lange an der straffen Geldpolitik fest. Erst in den letzten vier Monaten 2024 senkte sie die Zinsen in drei Etappen, gestützt auf einen nachlassenden Inflationsdruck. Die Industrieproduktion wurde aber durch die schwache Weltwirtschaft belastet und lag ganzjährig knapp unter dem Vorjahresniveau (-0,2 %). Die durchschnittliche Auslastung der Kapazitäten sank von 79,0 % auf 77,6 %.
BIP-Wachstumsraten (real) in % |
T016 |
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2024 |
20236 |
20226 |
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Welt1 |
3,2 |
3,3 |
3,5 |
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China2 |
5,0 |
5,4 |
3,1 |
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USA3 |
2,8 |
2,9 |
2,5 |
|||
Euroraum4 |
0,7 |
0,4 |
3,5 |
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Deutschland5 |
-0.2 |
-0.3 |
1,4 |
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1_IWF. 2_National Bureau of Statistics (NBS). 3_Bureau of Economic Analysis (BEA). 4_Eurostat. 5_Statistisches Bundesamt (Destatis). 6_Teilweise revidierte Daten. |
Europäische Wirtschaft trat 2024 weiter auf der Stelle
In Europa blieb die Wirtschaft unter dem Druck globaler Risiken und schwacher Exportmärkte 2024 in einer schlechten Verfassung. Stabilisierend wirkte der Rückgang der Inflationsrate, die jedoch überwiegend durch sinkende Energiepreise nachgab. Im Juni 2024 leitete die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinswende ein. Mit insgesamt vier Schritten senkte die EZB den Einlagensatz von 4,00 % auf 3,00 %. Die britische und die schweizerische Notenbank lockerten ihre Geldpolitik ebenfalls, beide Länder sind wirtschaftlich moderat gewachsen. Die Binnennachfrage im Euroraum wurde vom Privatkonsum und vom Staatsverbrauch getragen. Dagegen war die Industriekonjunktur mit einer rückläufigen Produktionsleistung schwach. Die Kapazitätsauslastung sank auf durchschnittlich 76,9 % im Schlussquartal 2024 gegenüber 79,6 % zum Ende des Vorjahres. Das Bruttoinlandsprodukt ist 2024 nach Daten des Statistikamts Eurostat nur um 0,7 % gestiegen. In den einzelnen europäischen Ländern fiel die Entwicklung unterschiedlich aus: Während Frankreich und Spanien robust wuchsen, entwickelte sich die Konjunktur in Italien, Schweden, Finnland und Ungarn unterdurchschnittlich. Österreich befand sich in der Rezession.
Deutschlands Wirtschaft stagnierte auch 2024 – Industrie im Krisenmodus
Trotz rückläufiger Zinsen entwickelte die deutsche Wirtschaft auch 2024 – im fünften Jahr in Folge – keine spürbare Aufwärtsdynamik und befindet sich in der längsten Stagnationsphase der Nachkriegszeit. Neben dem geringen konjunkturellen Rückenwind durchläuft die Industrie aufgrund des sehr hohen Anpassungsdrucks einen tiefgreifenden Strukturwandel. Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie sowie die Abkehr der Weltwirtschaft von bisher stark vernetzten Produktions- und Lieferbeziehungen stellten die deutsche Wirtschaft vor besonders große Herausforderungen. Die Industrie leidet zudem in vielen Bereichen verstärkt unter der Konkurrenz aus China und standortspezifischen Nachteilen. Somit befand sich die industrielle Produktion 2024 in Deutschland in einem überdurchschnittlich starken Abwärtssog. Die Kapazitäten waren vielfach unterausgelastet. Dabei verschlechterte sich die Situation im Verlauf des Jahres 2024 stetig weiter. Im letzten Quartal lag die durchschnittliche Auslastung bei nur noch 76,1 %. Ende 2023 waren es 81,7 % und Ende 2022 waren es noch 84,7 % gewesen.
Laut dem Kieler IfW hemmten zudem die Verunsicherung über die Ausrichtung der Wirtschaftspolitik und der Bruch der Regierungskoalition die Investitionsbereitschaft und belasteten so das Konsumklima. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) ist die deutsche Wirtschaft 2024 um 0,2 % geschrumpft.
Wechselkursschwankungen
Aufgrund der internationalen Tätigkeit haben Wechselkursschwankungen Auswirkungen auf das Geschäft der NORMA Group. RISIKO- UND CHANCENBERICHT
Im Geschäftsjahr 2024 generierte die NORMA Group rund 42 % des Umsatzes in US-Dollar. Die Entwicklung des US-Dollars gegenüber dem Euro hat im Geschäftsjahr 2024 zu einem negativen Effekt auf den Umsatz geführt. Zudem ergaben sich weitere negative Effekte aus dem Chinesischen Renminbi Yuan.
Branchenspezifische Einflussfaktoren
Die im Folgenden dargelegten branchenspezifischen Einflussfaktoren berücksichtigen einen großen Teil der von der NORMA Group bearbeiteten Industriesegmente und regionalen Absatzmärkte.
Maschinenbau 2024: globaler Abschwung mit wenigen Ausnahmen, deutsche Hersteller in der Krise
Weltweit fehlten dem Industriesektor 2024 spürbare Impulse, sodass die Belebung gegenüber dem schwachen Vorjahr verhalten blieb. In den ersten elf Monaten stieg die globale Industrieproduktion (ohne Bau) um 1,7 % (2023: +1,0 %, 2022: +2,9 %). Dabei kam der Zuwachs aus den Schwellenländern. In den Industriestaaten ging die Produktion hingegen leicht zurück. So blieb die Investitionsbereitschaft weltweit insgesamt gering. China investierte allerdings umfangreich in die Metallverarbeitung, Energieversorgung und Eisenbahninfrastruktur. Die USA stimulierten mit umfassenden Förderprogrammen Investitionen in ausgewählte Schlüsselbereiche (Halbleiter, E-Fahrzeuge, regenerative Energie). So stiegen die US-Ausrüstungsinvestitionen insgesamt um 3,7 %. In Großbritannien und im Euroraum setzte sich der Negativtrend 2024 jedoch fort. Investitionen in Maschinen und Anlagen waren erneut rückläufig.
Nach der schon mehrjährigen Durststrecke verschärfte sich die Krise im traditionell sehr exportorientierten deutschen Maschinenbau noch einmal deutlich. Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) geht davon aus, dass die Branche nach der weltweiten Stagnation im Vorjahr nun in einen breiten Abschwung gerutscht ist. Der Weltmaschinenumsatz ist laut VDMA 2024 real um 2 % geschrumpft. Positiv ragten nur wenige Länder heraus: So ist der reale Maschinenumsatz in Indien (+4 %) sowie in China, Brasilien und Taiwan (jeweils real +2 %) gestiegen. Dagegen sank der reale Umsatz mit Maschinen und Anlagen in Japan (-2 %), Südkorea (-2 %), den USA (-3 %), Kanada (-6 %) und der Türkei (-5 %).
In Europa fiel die Branchenrezession im Maschinenbau noch stärker als im Vorjahr aus. Nach Angaben des VDMA ist der Maschinenumsatz 2024 real deutlich um 6 % geschrumpft – und zwar sowohl in der EU als auch im Euroraum und in Großbritannien. Die Schweiz war mit 4 % rückläufig. Innerhalb der EU war der Maschinenbau in nahezu allen Ländern im Abwärtstrend. Die Ausnahmen bildeten Spanien (+0 %) und Portugal (+2 %). In Osteuropa, Teilen Skandinaviens sowie in Belgien (-7 %) und Österreich (-6 %) waren die Umsatzrückgänge sehr ausgeprägt. Kräftige Einbußen verzeichneten auch Italien (-7 %) und Frankreich (-5 %). In Deutschland ist die Produktion im Maschinenbau 2024 nach vorläufiger Einschätzung des VDMA real um 8 % eingebrochen (2023: real -1 %).
Maschinenbau: reale Veränderung des Branchenumsatzes |
T017 |
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in % |
2024 |
2023 |
2022 |
Deutschland1 |
-8,0 |
-2,0 |
0,0 |
Euroraum |
-6,0 |
-1,0 |
3,0 |
USA |
-3,0 |
-3,0 |
3,0 |
China |
2,0 |
2,0 |
2,0 |
Welt |
-2,0 |
0,0 |
3,0 |
Quelle: VDMA. 1_Für 2024 Produktion. |
Globale Automobilproduktion rückläufig, China drängt mit New Energy Vehicles auf den Weltmarkt
Der tiefgreifende Umbruch der Automobilindustrie hat die Branchenentwicklung auch 2024 bestimmt. Elektrofahrzeuge haben sich weiter etabliert. Nach Daten von S&P Global Mobility (S&P GM) wurden 2024 weltweit 16,9 Mio. New Energy Vehicles (NEV) produziert. Das war ein kräftiges Plus von 16,6 %. Der addierte Weltmarktanteil von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) und Plug-in-Hybriden (PHEV) stieg auf 19,1 % (2023: 16,0 %). China ist hier, gestützt auf hohe Subventionen, mit Anteilen von 65,8 % bzw. 73,5 % aller weltweit hergestellten BEV und PHEV der dominierende Akteur und drängte mit einer Vielzahl von Anbietern und Modellen auf die Weltmärkte. Die USA und die EU reagierten 2024 mit Schutzzöllen auf den Import chinesischer E-Fahrzeuge. Einschließlich Verbrennern legte der gesamte Weltmarkt 2024 laut S&P GM nur leicht zu. Der Absatz stieg um 1,7 % auf 88,2 Mio. LV (Light Vehicles bis 6 t), wobei die Belebung in Nord-/Südamerika und Europa stärker ausfiel als in Asien. Die Produktionstrends waren hingegen konträr. Weltweit sank die Produktion um 1,6 % auf 89,1 Mio. LV. Der Output in den etablierten Regionen USA (-1,4 %), Japan/Südkorea (-6,5 %) und Europa (-5,2 %) ging 2024 zurück. Dagegen haben China (+3,0 %), Indien (+3,5 %) und Brasilien (+7,8 %) Marktanteile gewonnen. Der Markt für Nutzfahrzeuge (Nfz, Lkw + Busse) war 2024 konjunkturbedingt rückläufig. Die globale Produktion sank um 5,0 % auf gut 3,4 Mio. Nfz.
Der europäische Automobilmarkt trat 2024 auf der Stelle. Laut Global Data wurden 11,6 Mio. Fahrzeuge verkauft (+0,0 %). Der Verband ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles) beziffert den Absatz in Europa (EU + EFTA + UK) für 2024 auf rund 13,0 Mio. Pkw (+0,9 %). Unter den großen Einzelmärkten ragten Großbritannien (+2,6 %) und Spanien (+7,1 %) heraus. In Deutschland (-1,0 %) und Italien (-0,5 %) war der Absatz leicht im Minus, in Frankreich sogar deutlicher (-3,2 %). Europaweit ging der Absatz von Benzinern um 6,8 % und der von Diesel-Pkw um 11,8 % zurück. Der Absatzanteil von klassischen Verbrennern fiel somit von 48 % auf 43 %. Auch die Nachfrage nach reinen Elektroautos geriet infolge gekürzter Subventionen ins Stocken (BEV -1,3 %). Allerdings setzten sich Hybridantriebe (PHEV und milde Hybride [MHEV]) mit zusammen +14,3 % weiter durch. Gemäß den Daten von S&P GM blieb die Produktion in Westeuropa 2024 deutlich unter Druck (-8,6 %), wobei die Hersteller in Italien, Frankreich und Großbritannien ihren Output zweistellig gekappt haben. In Deutschland war die LV-Herstellung demnach um 1,5 % rückläufig, bzw. laut Branchenverband VDA stagnierte die enger abgegrenzte Pkw-Inlandsproduktion bei 4,1 Mio. Einheiten.
Automobilindustrie: globale Produktions- und Absatzentwicklung |
T018 |
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in % |
2024 |
20232 |
20222 |
Produktion Light Vehicles |
-1,6 |
9,9 |
6,7 |
Anteil PHEV |
6,2 |
4,3 |
3,3 |
Anteil BEV |
12,9 |
11,7 |
9,9 |
Produktion Lkw1 |
-5,0 |
11,6 |
-14,3 |
Quelle: S&P Global Mobility 1_Global Data (GD) für 2023 und 2022. 2_Teilweise revidierte Daten laut GD. |
Bauwirtschaft 2024: Wohnungsbau in der Krise, Tiefbau stabilisiert und setzt Impulse
Die Bauwirtschaft in Asien wird fundamental vom Bevölkerungswachstum und von der Urbanisierung getrieben. Kurzfristig wirkende Faktoren können diesen Trend überlagern. Indiens Bauindustrie wächst auf einem stabilen Pfad von 6 % bis 7 % pro Jahr. Chinas Bausektor blieb 2024 zweigeteilt. Einerseits belastete die Immobilienkrise den Hochbau massiv: Der Gebäudebau schrumpfte nominal um 10,6 %, der Wohnungsbau um 10,5 %. Andererseits wurde massiv in industrielle Produktionsanlagen sowie in die Energieerzeugung, Eisenbahninfrastruktur und Wasserwirtschaft investiert.
Europas Bausektor blieb 2024 in einem Abschwung. Hauptursachen waren laut dem Branchennetzwerk Euroconstruct (u. a. ifo Institut) ein noch unattraktives Finanzierungsumfeld, hohe Immobilienpreise und gestiegene Baukosten. Dabei rutschte der Wohnungsbau in eine ausgeprägte Krise. Auch für den gewerblichen und öffentlichen Hochbau war 2024 herausfordernd, was sich in einer rückläufigen Bauleistung zeigte. Im Gegenzug haben höhere Investitionen in die Verkehrs- und Energieinfrastruktur den Tiefbau gestützt. Per saldo ist die Bauproduktion in ihren 19 Kernmärkten Europas nach Daten von Euroconstruct 2024 um real 2,4 % geschrumpft. Regional waren die Einbußen in Skandinavien, Frankreich, Österreich und Osteuropa ausgeprägt. Auch in Italien, den Niederlanden und Großbritannien ist der Bausektor in die Rezession abgeglitten. Dagegen blieb der Bau in Spanien, Portugal und Irland im Plus. Der Schweizer Bauwirtschaft gelang mit einem leichten Zuwachs sogar die Trendwende.
In Deutschland fiel der Abwärtstrend im Bausektor noch stärker aus. Die Bauinvestitionen 2024 schrumpften erneut deutlich um real 3,5 % (2023: -3,4 %). Nach Aussagen des ifo Instituts war vor allem der Wohnungsbau durch hohe Zinsen, eine schlechte Auftragslage und Stornierungen belastet. Insolvenzen im Baugewerbe stiegen zweistellig an. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist das gesamte Bauvolumen, das neben dem Neubau- auch die Bestandsinvestitionen beinhaltet, 2024 beschleunigt um real 3,7 % gesunken (2023: -2,0 %). Während der öffentliche Bau leicht zulegte (+1,5 %), rutschte der Wirtschaftsbau mit -3,3 % stärker als zuletzt ins Minus. Der Wohnungsbau geriet mit -5,1 % noch deutlicher unter Druck. Dabei sank der Neubau von Wohnungen 2024 mit -10,1 % noch einmal deutlich stärker (2023: -9,7 %). Zudem waren auch die Investitionen in den Wohnungsbestand für Aus- bzw. Umbauten, die Modernisierung und Instandsetzung rückläufig (-3,2 %). 2024 machte dieses typischerweise eher stabilisierende Segment 74,0 % des gesamten Bauvolumens im Wohnungsbau aus.
Bauindustrie: Entwicklung der europäischen Bauproduktion |
T019 |
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---|---|---|---|
in % |
2024 |
20231 |
20221 |
Westeuropa |
-2.4 |
-1.5 |
2,3 |
Osteuropa |
-2.7 |
1,1 |
3,4 |
Europa |
-2.4 |
-1.3 |
2,4 |
Quelle: Euroconstruct / ifo Institut (insgesamt 19 Kernmärkte) 1_Revidierte Daten laut Euroconstruct / ifo Institut. |
US-Bauindustrie 2024: unbeeindruckt im Aufschwung; hohe Investitionen im Bereich Wasserversorgung
In den USA sind die Bauausgaben 2024 nominal um 6,5 % gestiegen (2023: +7,0 %). Ein wesentlicher Treiber waren erneut öffentliche Bauaktivitäten. So wurden die staatlichen Investitionen in die Energie- und Wasserversorgung kräftig ausgeweitet. Letztere wuchsen 2024 um 23 %. Auch der private Wirtschaftsbau legte deutlich zu. Daneben wurden Investitionen in Produktionsstätten (+20,3 %) unter anderem von hohen Förderanreizen des Staates getrieben. Der gewerbliche Sektor, der einen wichtigen Wachstumsmarkt von NDS darstellt, zeigte laut FMI Insights einen Rückgang der Bauprojekte um 12 %. Obwohl die Fed erst spät die Zinsen gesenkt hatte, kehrte der private Wohnungsbau mit +5,9 % auf einen Wachstumskurs zurück. Die Trends innerhalb des Segments entwickelten sich jedoch uneinheitlich. Während sich das Segment Einfamilienhäuser vom letztjährigen Abwärtstrend erholte, gerieten Mehrfamilienhäuser spürbar unter Druck. Vor allem beim Neubau lief die Entwicklung nach Analysen der nordamerikanischen Branchenspezialisten von FMI Insights auseinander (Einfamilienhäuser +6 %, Mehrfamilienhäuser -7 %). Die Ausgaben für Um-/An- und Ersatzbauten (ohne Reparaturen, Modernisierung) stiegen dagegen (+9 %). Ausgaben für Reparatur- und Renovierungsarbeiten, die ein wesentlicher Treiber für den Absatz von NDS-Produkten sind, sanken im Geschäftsjahr 2024 den Branchenexperten des Harvard Center of Joint Housing Studies (Remodeling LIRA Index) zufolge um 1,6 %.
Legende
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