Die NORMA Group ist vielfältigen Risiken und Chancen ausgesetzt, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage kurz- oder langfristig sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können. Daher ist das Risiko- und Chancenmanagement der NORMA Group SE integraler Bestandteil der Unternehmensführung – sowohl auf der Ebene der Konzernführung als auch auf der Ebene der einzelnen Gesellschaften sowie der individuellen Funktionsbereiche. Da jedes unternehmerische Handeln mit Chancen und Risiken verbunden ist, sieht die NORMA Group die Erfassung, Bewertung und Steuerung von Chancen und Risiken als fundamentalen Bestandteil der Umsetzung der Strategie, der Sicherung des kurz- und langfristigen Unternehmenserfolgs sowie der nachhaltigen Steigerung des Shareholder Values an. Um dies dauerhaft zu gewährleisten, fördert die NORMA Group das Risiko- und Chancenbewusstsein ihrer Mitarbeiter:innen in allen Bereichen des Unternehmens. Eine ausführliche Beschreibung der aktuellen Einschätzungen der Chancen und Risiken des NORMA-Group-Konzerns findet sich im Geschäftsbericht 2021.  Geschäftsbericht 2021

Risiko- und Chancenprofil der NORMA Group

Im Rahmen der Erstellung und Überwachung des Risiko- und Chancenprofils bewertet die NORMA Group die Chancen und Risiken anhand der finanziellen Auswirkungen und der Eintrittswahrscheinlichkeiten. Die finanziellen Auswirkungen von Chancen und Risiken werden anhand der Auswirkung auf das Ergebnis bzw. die Liquidität des Konzerns bewertet. Dabei werden die folgenden vier Kategorien mit Bezug auf die potenziell maximale, durchschnittliche jährliche Auswirkung im Betrachtungszeitraum des Risikomanagementsystems verwendet:

g

ering: bis zu EUR 5 Mio. Ergebnis- bzw. Liquiditätseffekt

m

oderat: mehr als EUR 5 Mio. und bis zu EUR 15 Mio. Ergebnis- bzw. Liquiditätseffekt

w

esentlich: mehr als EUR 15 Mio. und bis zu EUR 30 Mio. Ergebnis- bzw. Liquiditätseffekt

h

och: mehr als EUR 30 Mio. Ergebnis- bzw. Liquiditätseffekt

Das verwendete Intervall setzt die finanzielle Auswirkung eines Risikos oder einer Chance in Relation zum EBIT des Konzerns oder eines Segments, sofern sich das jeweilige Risiko bzw. die jeweilige Chance ausschließlich auf ein bestimmtes Segment bezieht. Die Bewertung von Chancen und Risiken, deren finanzielle Auswirkung sich in der Gesamtergebnisrechnung in Posten unterhalb des EBIT niederschlägt, erfolgt ebenfalls in Relation zum EBIT. Die dargestellten Auswirkungen berücksichtigen stets die Effekte eingeleiteter Gegenmaßnahmen. Die für die Bewertung von Risiken und Chancen verwendeten Eintrittswahrscheinlichkeiten werden anhand der folgenden vier Kategorien quantifiziert:

u

nwahrscheinlich: bis zu 5 % Eintrittswahrscheinlichkeit

m

öglich: mehr als 10 % und bis zu 25 % Eintrittswahrscheinlichkeit

w

ahrscheinlich: mehr als 25 % und bis zu 50 % Eintrittswahrscheinlichkeit

s

ehr wahrscheinlich: mehr als 50 % Eintrittswahrscheinlichkeit

Gegenüber der im Geschäftsbericht 2021 veröffentlichten Risiko- und Chanceneinschätzung ergeben sich lediglich im Bereich der volkswirtschaftlichen und konjunkturellen Risiken sowie im Bereich der Rohstoffpreise Veränderungen hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. der finanziellen Auswirkungen der Risiken.

Die Corona-Pandemie – insbesondere vor dem Hintergrund der nach wie vor hohen Infektionszahlen und weiterer Pandemiewellen – beeinflusst fortgesetzt die globale volkswirtschaftliche und konjunkturelle Entwicklung. Potenziell ist daher weiterhin von einer partiellen oder anhaltenden Belastung der Konjunktur auszugehen, insbesondere aufgrund direkter und indirekter möglicher gesamtwirtschaftlicher Auswirkungen auf die globalen Wertschöpfungs- und Transportketten. Diese könnten unter anderem durch möglichen Personalmangel und weitere, insbesondere in China mögliche Lockdowns bedingt werden. Weiter anhaltende Materialengpässe, deutlich steigende Inflationsraten sowie bereits zu beobachtende Zinserhöhungen könnten das Wirtschaftswachstum maßgeblich negativ beeinflussen – und bis hin zu einer Rezession führen. Auch hat der Russland-Ukraine-Krieg im 1. Halbjahr zu weiteren Materialknappheiten – insbesondere im Hinblick auf in der Ukraine angesiedelte Produktionen – signifikant beigetragen. Dadurch bedingt haben auch Kunden der NORMA Group das Produktionsvolumen zumindest vorübergehend reduziert. Weitere Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs auf die Weltwirtschaft und die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen lassen sich aktuell nicht vollständig einschätzen. Die NORMA Group stuft volkswirtschaftliche und konjunkturelle Risiken aber aktuell als „wahrscheinlich“ (Geschäftsbericht 2021: „möglich“), die finanziellen Auswirkungen – unter Berücksichtigung von Gegenmaßnahmen – jedoch weiterhin als „moderat“ ein.

Im Bereich Rohstoffpreise besteht weiterhin eine erhöhte Risikosituation, insbesondere aufgrund einer aktuell anhaltenden bzw. potenziell weiter steigenden Inflation, unter anderem getrieben von Gas- und Energiepreisen. Insgesamt wird die Realisierung von Risiken im Bereich der Rohstoffpreise daher weiterhin als sehr wahrscheinlich eingeschätzt. Unter Berücksichtigung bereits umgesetzter sowie geplanter Gegenmaßnahmen werden die potenziellen finanziellen Auswirkungen nunmehr als „moderat“ (Geschäftsbericht 2021: „gering“) bewertet.

Trotz der insgesamt weiterhin erhöhten Risikogesamtlage im gesamtwirtschaftlichen Umfeld ergibt sich für die folgenden Bereiche keine wesentliche Änderung der Risikoeinschätzung:

Die Geschäftsaktivitäten mit Erstausrüstern für Pkw und Nfz sowie Kunden im Bereich Aftermarket repräsentieren für die NORMA Group nach wie vor die nach Umsatz betrachtet wesentlichsten Endmärkte. Die aktuelle Marktsituation mit reduzierter Fahrzeugproduktion – unter anderem aufgrund der weiterhin vorherrschenden Lieferengpässe insbesondere bei Halbleitern bzw. Mikrochips – wirkt sich auch auf die Umsätze der NORMA Group aus. Insgesamt werden die branchenspezifischen Risiken jedoch weiterhin als „möglich“ eingeschätzt. Unter Berücksichtigung getroffener Gegenmaßnahmen sowie unter Berücksichtigung getroffener Planungsannahmen werden die potenziellen finanziellen Auswirkungen mit Bezug zu branchenspezifischen Risiken weiterhin als „moderat“ klassifiziert.

Die aktuelle gesamtwirtschaftliche Lage deutet auf weitere Inflationsrisiken hin, die sich entsprechend in einem Anstieg des Zinsniveaus für Finanzierungen und damit erhöhten Finanzierungskosten für Fremdkapital für die NORMA Group auswirken könnten. Die NORMA Group schätzt Zinsänderungsrisiken weiterhin als wahrscheinlich ein. Unter Berücksichtigung getroffener Gegenmaßnahmen im Bereich des Finanzmanagements werden die mit potenziellen Zinsänderungen verbundenen finanziellen Auswirkungen weiterhin als „gering“ eingeschätzt.

RISIKO- UND CHANCENPROFIL DER NORMA GROUP 1

Eintrittswahrscheinlichkeit

Finanzielle Auswirkung

Unwahr-

scheinlich

Möglich

Wahr-

scheinlich

Sehr

wahr-

scheinlich

Veränderung ggü. Dez. 2021

Gering

Moderat

Wesent-

lich

Hoch

Veränderung ggü. Dez. 2021

Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken

Ausfallrisiken

Liquidität

Risiken

Chancen

Währung

Risiken

Chancen

Zinsänderung

Risiken

Chancen

Volkswirtschaftliche und konjunkturelle Chancen und Risiken

Risiken

Chancen

Branchenspezifische und technologische Chancen und Risiken

Risiken

Chancen

Unternehmensstrategische Chancen und Risiken

Risiken

Chancen

Leistungswirtschaftliche Chancen und Risiken

Rohstoffpreise

Risiken

Chancen

Lieferanten

Risiken

Chancen

Qualität

Risiken

Prozesse

Risiken

Chancen

Kunden

Risiken

Chancen

Chancen und Risiken im Personalmanagement

Risiken

Chancen

IT-bezogene Chancen und Risiken

Risiken

Chancen

Rechtliche Chancen und Risiken

Normen und Verträge

Risiken

Sozial- und Umweltstandards

Risiken

Chancen

Geistiges Eigentum

Risiken

Chancen

1_Sofern nichts anderes angegeben ist, gilt die Risikoeinschätzung für alle drei Regionalsegmente.

Legende

Diese Inhalte sind Teil des nichtfinanziellen Konzernberichts und unterlagen einer gesonderten Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“).